Berlin : Müllsheriffs mit Revolver

Was andere Städte machen, um sauberer zu werden

Thomas Loy

Sauberer wollen sie alle werden, die Städte in Deutschland. Mit einem Mix aus Repression und Umwelterziehung soll dem „Littering“, der öffentlichen Vermüllung, Einhalt geboten werden. Die Ergebnisse sind in der Regel schwer messbar. Zweifelhaft ist vor allem, ob einzelne Putzaktionen oder PR-Kampagnen nachhaltig wirksam sind.

Frankfurt am Main: Nachdem Aufklärung und Ermahnung wenig fruchteten, setzt die Stadt seit 2002 vor allem auf die Bestrafung von Müllsündern. Weggeworfene Kippen kosten 20 Euro, nicht entfernte Hundehaufen 75 Euro. Zumindest in der Innenstadt, vor allem der Einkaufsmeile „Die Zeil“, werden diese Bußgelder auch eingefordert. 125 „Müllsheriffs“ laufen Streife und sind sogar bewaffnet. Die Bilanz: Nach anderthalb Jahren haben sie 1000 Müllsünder erwischt und rund 120 000 Euro an Bußgeldern verhängt. Bei kleineren Delikten bis 35 Euro wird sofort abkassiert. „Wir fangen jetzt auch mit Zivilstreifen an“, sagt Peter Postleb von der „Stabsstelle Sauberes Frankfurt“. Alle Rathausfraktionen stünden hinter dem Konzept. „Bisher hat noch keiner gesagt, ihr seid zu hart.“ Mannheim, Ludwigshafen, Düsseldorf, Wiesbaden und Erfurt haben dieses Konzept übernommen.

Hamburg: In der Hansestadt werden regelmäßig Putzaktionen initiiert. Vor einem Jahr sammelten zum Frühjahrsputz 35 000 Hamburger 250 Tonnen Abfälle ein – die Hälfte von ihnen allerdings Schüler, die nicht ganz freiwillig dabei waren. Die „Waste Watchers“, eine siebenköpfige Einsatztruppe der Hamburger Stadtreinigung, fahren laufend mit Smart-Autos samt angehängter Mülltonne durch die Stadt, um Schmutzecken aufzuräumen.

Köln: In der Domstadt laufen rund 100 Mitarbeiter des Ordnungsamtes Streife und kassieren Bußgelder. Es gibt Mitmach-Aktionen und Kampagnen gegen Graffiti.

Bremen: In der Hansestadt wird vor allem auf das Engagement der Bürger gesetzt. Aus einem „Selbsthilfefonds“ in Höhe von 125 000 Euro können sich Vereine und Initiativen bedienen, wenn sie Aufräumaktionen starten. Es gibt eine Hundekotsaugmaschine wie in Berlin. Rund 100 ABM-Kräfte kümmern sich um die Sauberkeit in den Grünanlagen.

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