Multi-Kulti Public Viewing : Wo Kroaten und Türken am Sonntag schauen

Kroatien gegen Türkei, das waren immer spannende Spiele. Und die Berliner Fans sind zahlreich.

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Das Cafe King wurde bereits vor zwei Jahren geschlossen.
Das Cafe King wurde bereits vor zwei Jahren geschlossen.Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Dieser Sonntag ist für Ivica Vukadin kaum zu toppen: immerhin läuft um 15 Uhr die Mannschaft seines ursprünglichen und um 21 Uhr die Elf seines jetzigen Heimatlandes bei der EM auf. „Ich habe extra kroatisches Bier bestellt“, sagt der 30-jährige Besitzer der Chicago Sportsbar in der Schöneberger Hohenstauffenstraße. Unter anderem hier werden sich heute die kroatischen Fußballfans versammeln – einer ihrer früheren Treffpunkte, das Café King in der Berliner Rankestraße gibt es ja nicht mehr. Das berühmt-berüchtigte, weil in den Skandal um Ex- DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelte, Café war am 13. Juli 2014, dem Tag des WM-Finales, geschlossen worden.

Bei SD Croatia spielen auch Türken und Deutsche

Natürlich wünscht sich Vukadin einen Sieg der kroatischen Elf gegen die Türkei, hat aber auch türkische Freunde eingeladen. Und natürlich seine Mitspieler. Ivo, wie ihn alle nennen, ist nämlich Kapitän der ersten Mannschaft des Fußballvereins SD Croatia. In der spielen neben Kroaten auch sechs Türken, vier Deutsche und ein Pole, gestern traten sie in der Berlin-Liga gegen Staaken an. „In der Chicago Sportsbar sind alle willkommen“, sagt Vukadin: „Die Spiele von Kroatien gegen die Türkei waren immer etwas ganz Besonderes. Ich hoffe natürlich auf einen Sieg, aber das Wichtigste ist, dass hier in Berlin und anderswo alles friedlich bleibt.“

Wo man Fußball in der Pfeife rauchen kann

Das sagen auch viele türkische Restaurant-, Kneipen- und Imbissbudenbesitzer, die Leinwände oder zumindest Fernsehgeräte aufgestellt haben. In der Shisha-Bar „7 tepe“ in der Neuköllner Hasenheide beispielsweise kann man Fußball schauen und dabei genussvoll Wasserpfeife rauchen. „Wir können Kroatien schlagen“, zeigt sich ein Mann, der am Sonnabend schon mal vorbestellt hat, überzeugt.

Und wenn die eigene Mannschaft doch verlieren sollte, bleibt ja noch die Hoffnung auf einen Sieg der deutschen Elf am späten Abend, sagt Ivo Vukadin und stellt sich auf einen langen Sonntag ein: „Zu toppen wäre der nur, wenn Deutschland und Kroatien im direkten Vergleich aufeinandertreffen – am besten im Finale.“

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