Museen in Berlin : Der Pergamon-Altar in 3D im Internet

Wegen einer Grundsanierung bleibt das Hauptkunstwerk des Pergamonmuseums bis 2019 geschlossen. Dafür ist nun der berühmte Altar als 3D-Modell auf der Webseite des Museums zu sehen.

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Das Original. Der Altar im Pergamonmuseum.
Das Original. Der Altar im Pergamonmuseum.Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Der Pergamon-Altar bleibt voraussichtlich bis 2019 auf der Museumsbaustelle für die Öffentlichkeit verborgen – aber im Internet kann er bis ins letzte Detail besichtigt werden. Denn dort ist ein 3D-Modell zu sehen, das vom Darmstädter Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung unmittelbar vor der Schließung 2014 aufgenommen und nach aufwendiger Nachbearbeitung nun der Presse vorgestellt wurde. „So genau wird man den Altar im neuen Raum nie wieder sehen können“, sagte Christina Haak, die stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen, „aber wir wollen das Museum nicht abschaffen, sondern ihm einen zusätzlichen virtuellen Raum geben.“

Weltweit sollen Kunstwerke digitalisiert werden

Museen in der ganzen Welt arbeiten daran, ihre Bestände digital zu speichern. Objekte von der Größe des Pergamon-Altars wurden bislang aber offenbar noch nicht bearbeitet. Die Darmstädter Forscher, die für die Aufnahmen mit Laser-Scan und Digitalkamera nur zwei Wochen Zeit hatten und überwiegend nachts arbeiten mussten, haben dabei Neuland betreten: Der erste Teil der Arbeit war die Vermessung des Raums per Laser von insgesamt 51 Positionen – mit 176 Millionen 3D-Punkten pro Messung. Dann wurde der 113 Meter lange Giganten-Fries fotografiert. Das ergab 8065 Farbbilder, aus denen die Fraunhofer-Experten ein 3D-Modell des Frieses mit einer Auflösung von 300 Mikrometern errechneten. Abschließend wurden dann beide Aufnahmen in einem einheitlichen dreidimensionalen Modell zusammengefügt, das es erlaubt, am Bildschirm zunächst durch den Raum zu wandern und Teile des Frieses anzusteuern, die sich dann in höchster Detailgenauigkeit betrachten lassen (spk-berlin.de).

Über die Kosten des Projektes wurden keine Angaben gemacht; offenbar wurden sie auch nicht wirklich berechnet. Projektleiter Pedro Santos betonte, man sehe die Digitalisierung des Altars als Teil der eigenen Forschungsarbeit und habe den Vorschlag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz „nach nur fünf Minuten Bedenkzeit“ angenommen.

Der Altar selbst ist seit Beginn der Bauarbeiten am Museum hinter Metallplatten verborgen und wird von aufwendigen Messvorrichtungen überwacht. Der Südflügel des Gebäudes mit dem Ischtar-Tor, der zum zweiten Bauabschnitt gehört, ist zugänglich.

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