Berlin : Museumsinsel: Golden glänzt schon die Alte Nationalgalerie

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Es klingt wie Nord- oder Ostsee, wenn der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Klaus-Dieter Lehmann sagt: "Wir wollen heute mal gemeinsam über die Insel vom Süden bis zur Nordspitze gehen." Gemeint ist jenes ein Quadratkilometer kleine Eiland mitten in der Stadt, dessen wuchtige Gebäude wie Schatzkammern wichtige Teile des Weltkulturerbes beherbergen - die Museumsinsel. Hundert Jahre Museumsarchitektur, gefüllt mit den Zeugen für 6000 Jahre Menschheitsgeschichte - 1,5 Millionen Objekte insgesamt, nur ein Zehntel davon zum Schauen und Staunen.

Die Gäste Klaus-Dieter Lehmanns interessierten sich gestern freilich mehr für jene heiligen Museumshallen, in denen gerade nichts gezeigt wird, vom Fleiß der Maurer, Maler, Stukkateure und Kunsthandwerker einmal abgesehen. "Wir wollen uns in der Praxis anschauen, was mit der Finanzierung des Landes Berlin in Höhe von fast 400 Millionen Mark geschieht", sagte Hans-Peter Seitz, der Vorsitzende des Parlamentarischen Hauptausschusses, dessen Verpflichtungsermächtigung für genau 398,9 Millionen Mark quasi den Bund ermunterte, die gleiche Summe für das Projekt Museumsinsel zur Verfügung zu stellen. Gebaut wird in den nächsten zehn Jahren nach einem 1999 beschlossenen Masterplan - für die komplette Grundinstandsetzung der Museen vom Keller bis zum Dach werden zwei Milliarden Mark veranschlagt. Boulevard Berlin:
Was die Stadt bewegt... Da man bei erwarteten vier Millionen Besuchern pro Jahr nicht ein Dezennium lang Berlins Kunstkammern verschließen kann, bleiben einige Museen offen, während andere generalüberholt werden. In der Alten Nationalgalerie sind die Handwerker schon am weitesten: hell gemusterte Decken, goldene Verzierungen, Medaillons und Wandbilder, kostbare Stofftapeten lassen ahnen, wie strahlend sich der Bau zur Wiedereröffnung am 2. Dezember 2001 präsentiert. Das andere Extrem: die entkernte Eingangshalle des Neuen Museums. Rohe Ziegel, Arbeit für Jahrzehnte. Ob dafür das Geld reicht?

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