Museumsinsel : Kuppel für den Kolonnadenhof

Bis ins nächste Frühjahr wird der Kolonnadenhof auf der Museumsinsel neu gestaltet. Schritt für Schritt geht es voran.

Lothar Heinke
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Aufwärts. Die Kolonnaden an der Alten Nationalgalerie sind nahezu vollendet. -Foto: dpa

BerlinAm Freitag richteten sich die Foto-Handys der Zuschauer auf der Friedrichsbrücke in Mitte auf eine am Kran schwebende hölzerne Kuppelkonstruktion, die nach ihrer kurzen Luftfahrt auf der Südostspitze der Kolonnaden an der Alten Nationalgalerie abgesetzt wurde. Bis Ende des Jahres sollen, wie kürzlich berichtet, die Kolonnaden und der Kolonnadenhof zwischen der Alten Nationalgalerie und dem Neuen Museum umfassend instand gesetzt und restauriert werden. Dazu gehören die drei im Krieg zerstörten Kuppeln, die innerhalb der östlichen Säulenreihe am Spreeufer drei kleine Tempel bekrönt hatten.

Kolonnaden-Kuppel
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1 von 7Foto: dpa
31.07.2009 16:15Auf die Berliner Museumsinsel kehrt am Freitag die erste der Kolonnaden-Kuppeln zurück. -


Der Durchmesser der Kuppel beträgt fünfeinhalb Meter, sie besteht aus „Leimholz“ mit einer Vielzahl gebogener Lamellen und wird an ihrem neuen Standort mit Kupferblech abgedeckt. Die beiden weiteren Kuppeln folgen in nächster Zeit. Momentan behindern noch die stählernen Baugerüststangen das Bild und den Durchblick bei den 140 Säulen, die zum Ende des Jahres von den Architekten Christina und Knud Petersen teilweise erneuert, neu gerichtet und auf jeden Fall gepflegt werden. „Dem Bauwerk ist viel Leid angetan worden“, sagt die Architektin, und sie meint nicht nur die Einschüsse und ähnlich zerstörerische Kriegszeugen, sondern auch das Flickwerk erster Restaurierungsversuche, nach denen manche Säule wie ein Puzzle mit unterschiedlichen Gesteinsproben gewirkt hat.

Die Kolonnaden an der Süd- und Ostseite des Neuen Museums und der Bodestraße entstanden zwischen 1853 und 1860; die an der Spreeseite, nordöstlich der Alten Nationalgalerie, wurden 1876 bis 1878 erbaut. Ihre Instandsetzung und die Neugestaltung des Kolonnadenhofs bis Frühjahr 2010 kosten 20 Millionen Euro. Schon jetzt gerät Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, ins Schwärmen: „Im urbanen Leben der Stadt entsteht hier ein Ort mit antiker Anmutung, eine Oase zum enspannten und genussvollen Verweilen – auch in den Stunden, in denen die Museen geschlossen sind“. Die Kolonnaden signalisieren „Offenheit und Leichtigkeit“, sie umrahmen und verbinden die Museumstempel gleichermaßen.

Bernhard Maaz, Kustos der Alten Nationalgalerie, sieht die kunsthungrige Menge schon „lustwandeln, im Gespräch über die Welt vertieft“. Nun hat der säulengesäumte Wandelgang sein erstes Krönchen bekommen.

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