Berlin : Musicaldämmerung

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Wie sieht die Zukunft für das Theater des Westens aus? Nachdem das Privatisierungsverfahren ins Stocken geraten ist (wir berichteten gestern), spielt die Zeit gegen die Traditionsbühne. Bewerber, die das Haus übernehmen möchten, könnten ihr Interesse verlieren, schließlich stehen in der Stadt noch andere Theater zu Disposition. Beispiel Stage Holding: Das Musical-Unternehmen, das in Hamburg das Disney-Stück „Der König der Löwen“ spielen lässt, interessiert sich nach wie vor für das Theater des Westens, aber auch für das Musical-Haus am Potsdamer Platz. Für diese Bühne könnte demnächst ebenfalls ein neuer Betreiber gesucht werden, wenn der „Glöckner von Notre Dame“ abgesetzt ist und die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Stella AG den Musical-Standort Berlin aufgeben würde.

Mit der Insolvenz wichtiger Unternehmensteile der Stella AG ist der Musical-Markt nicht nur in Berlin in eine schwere Krise geschlittert. Fünf Theater bespielt die Stella derzeit deutschlandweit, alle fünf sind potenzielle Übernahmekandidaten. Dazu zählt auch das Haus am Potsdamer Platz. Aus Sicht des Stage-Holding-Geschäftsführers Maik Klokow hat der Bau wichtige Vorteile gegenüber dem Theater des Westens: „Es ist technisch auf dem neuesten Stand, ist viel größer, hat eine eingespielte Mannschaft: Jedes Stück der Welt kann hier aufgeführt werden.“ Die gleichen Möglichkeiten böte das Theater des Westens nicht. Für das Haus an der Kantstraße spreche die lange Tradition, das Renommee der Bühne.

Der Idee der kulturpolitischen Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, Alice Ströver, erteilte Klokow allerdings eine klare Absage. Ströver hatte gefordert, das marode Metropol-Theater an der Friedrichstraße nur zusammen mit dem Theater des Westens zu vergeben. Angesichts der aufwendigen Sanierung des Metropols nannte Klokow diese Idee „realitätsfern“. oew

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