Musikfestspiele Potsdam Sanssouci : Grün, ja grün sind alle meine Lieder

Im Sommer 2015 spüren die Musikfestspielen Potsdam Sanssouci den offensichtliche und geheimen Beziehungen von "Musik und Gärten" nach.

von
Der Theaterkarren
Der TheaterkarrenFoto: Stefan Gloede

Hinaus an die frische Luft locken die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2015 ihre Besucher. Aber nicht durch die Wälder, durch die Auen geht es, wie in Webers Oper „Der Freischütz“, sondern in die kultivierte Natur, zwischen Blumenbeete und Buchsbaum-Rabatten. Als Dramaturg Jelle Dierickx vor zwei Jahren seiner Intendantin Andrea Palent für den Sommer 2015 das Motto „Musik und Gärten“ vorschlug, war die sofort begeistert. Schnell allerdings wurde klar, dass es fast keine Literatur zu dem Thema gibt. Also tauchten die Programmmacher tief in wissenschaftliche Bibliotheken ab – und entdeckten manchen verborgenen Schatz.

Bei den 43 Konzerten können Besucher in ganz Potsdam vom 12. bis zum 28. Juni musikalische Gartenimpressionen erleben. Von mittelalterlichen Liedern, die der französische „Roman de la Rose“ aus dem 12. Jahrhundert inspirierte, über barocke Pretiosen wie Heinrich Ignaz Franz Bibers „La Pastorella“ bis zu Franz Liszts Klavierstücken über die Wasserspiele in der Villa d’Este oder John Cages Komposition über den Ryoanjigarten im japanischen Kyoto. Und natürlich gibt es wieder das beliebte Fahrradkonzert, mit Minikonzerten am Wegesrand.

Obwohl das Rokoko-Schlosstheater im Neuen Palais renovierungsbedingt geschlossen bleibt, bietet das Festival gleich vier Opernproduktionen an: Zur Eröffnung wird im Schloss Lindstedt ein 2012 uraufgeführtes Werk über den Klimawandel gezeigt, in der historischen Reithalle am Tiefen See gibt es einen Doppelabend mit Bachs „Bauernkantate“ und Scarlattis „Giardino d’amore“, im Orangerieschloss Sanssouci ein spanisches Werk über die Liebe von Venus und Adonis aus dem Jahr 1701 und – als Produktion des mobilen Theaterkarrens – Mozarts Jugendwerk „Bastien und Bastienne“, das sowohl im Neuen Garten wie auch im Park der Villa Jacobs gezeigt wird.

Dem Gartengestalter Peter Joseph Lenné schließlich wird ein ganzer Tag gewidmet, an dem sich auf Spaziergängen seinem Wirken nachspüren lässt, vom Frühstück an den Weinbergterrassen bis hin zu Lennés letzter Ruhestätte auf dem Bornstedter Friedhof.

Der Vorverkauf startet heute, weitere Infos unter Telefon 0331 - 28 888 28 oder www.musikfestspiele-potsdam.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar