Berlin : Muslime feiern Geburt des Propheten

Tausende Gäste in der Max-Schmeling-Halle

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Es soll der Beginn einer neuen Tradition werden. Am Sonnabend kamen in der Max-Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg tausende türkische Muslime zusammen, um die Geburt des Propheten Mohammed zu feiern. Mit dieser Gedenkveranstaltung wollten die Muslime „die friedliche Botschaft des Propheten Mohammed zelebrieren“, wie die Veranstalter erklärten. Zu diesen gehören die Türkisch-Islamischen Union (DITIB), die Türkische Gemeinde zu Berlin, die Islamische Föderation, der Verband der Islamischen Kulturzentren und genauso die vom Verfassungsschutz beobachtete Islamische Gemeinschaft Milli Görüs.

Schon vor der Halle erklangen ungewohnte Töne. Lauthals baten Männer auf türkisch die Besucher der Veranstaltung um Spenden für ihre noch in Bau befinden Moscheen. „Wir werden dafür Minarette bauen, euren Kindern Nachhilfeunterricht erteilen“, versprachen sie. In der Halle warteten da bereits auf den vollen Rängen tausende gläubiger Muslime auf den Beginn der Veranstaltung. Es war die erste religiöse Großveranstaltung von türkischen Verbänden in Berlin. Von nun an soll sie in jedem Jahr stattfinden, kündigten die Veranstalter gestern an.

Die mehrstündige Zeremonie wurde von einem umfangreichen Kulturprogramm mit religiöser Musik, Tänzen und Koran-Rezitationen begleitet. Die Veranstalter hatten eigens aus der Türkei einen religiösen Sänger einfliegen lassen. Redner, wie der Präsident der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) in der Türkei, Ali Bardakoglu, und auch der Vorsitzende des Islamrates, Ali Kizilkaya, sagten jedoch ihr Kommen ab. Auch, dass der türkische Botschafter der Einladung nicht folgte, enttäuschte die Veranstalter. An Stelle der prominenten Gäste sprach schließlich der Vorsitzender der DITIB in Berlin, Seyit Ali Toprak.

Er verurteilte die Attentäter des 11. September und rief die Muslime auf, sich für Frieden und Toleranz einzusetzen. „Wir müssen vor der Weltgemeinde das Ansehen des Islam verbessern“, sagte er. Auch ein Vertreter von Milli Görüs redete.

Über den Geburtstag des Propheten gibt es unterschiedliche Angaben. Die Religionsbehörde in der Türkei hat dazu den 20. April 570 bestimmt. Nach islamischer Zeitrechnung, die auf dem Mondkalender fußt, fällt dieser Tag in diesem Jahr mit dem Sonnabend vor Ostern zusammen. suz

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