Musliminnen : Berliner Integrationsbeauftragter verteidigt Kopftuch-Broschüre

Der Integrationsbeauftragte Günter Piening hat die Broschüre des Berliner Senats für Musliminnen mit Kopftuch gegen Kritik verteidigt. Sie helfe Frauen mit Kopftuch, sich gegen Diskriminierung zu wehren. Frauenrechtler hatten die Broschüre als "Kniefall vor den Fundamentalisten" bezeichnet.

BerlinGünter Piening indes wies darauf hin, dass die Broschüre Frauen über ihre Rechte am Arbeitsplatz und bei der Jobsuche aufkläre. Werde die Diskriminierung von Musliminnen mit Kopftuch hingenommen, heiße das "in letzter Konsequenz, die Ziele der Frauen- und Bürgerrechtsbewegung auf den Kopf zu stellen".

Den Frauen bliebe dann nur "ein Leben mit Heim und Herd sowie die entsprechende Abhängigkeit von den Männern", kritisierte Piening. Das dürfe nicht die Perspektive für Musliminnen sein, ob sie nun Kopftuch trügen oder nicht. Es sollte seiner Meinung nach vielmehr gemeinsames Anliegen sein, Frauen in ihrem Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit zu bestärken. Diese sei eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Selbstbestimmung von Frauen.

Der Ratgeber kann seit Mitte Juli bei der Senatsverwaltung für Integration bestellt werden. Die Broschüre ist einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" zufolge bei Frauenrechtlerinnen auf Kritik gestoßen. Die Anwältin Seyran Ates bezeichnete das Heft in dem Bericht als ein "Pamphlet für das Kopftuch", die Autorin Serap Cileli nannte die Schrift einen "Kniefall vor den Fundamentalisten" und "Verrat an den Rechten muslimischer Frauen". (rik/ddp)

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