Berlin : Muslimische Schüler und ihre Probleme

Wie die türkischen Blätter über eine Empfehlung des Islamforums berichten

Suzan Gülfirat

Die Tageszeitung Türkiye druckte am Wochenende in einer zweiteiligen Serie die Übersetzung einer Empfehlung des Islamforums Nordrhein-Westfalen ab. Es geht darin unter anderem um den Sport- und Schwimmunterricht, Klassenfahrten und Sexualerziehung. Auf Deutsch gibt es diese Informationsblätter bereits seit Anfang März. Ihr Titel lautet: „Muslimische Kinder in der Schule.“

Eigentlich richten sich diese Informationsblätter an die Lehrer in allen deutschen Schulen, aber dennoch sah die fromme Türkiye die Notwendigkeit, die gesamte türkische Übersetzung dieser Empfehlung zu veröffentlichen. Immerhin sagte der Vorsitzende des Interkulturellen Rates, Jürgen Micksch, bei der Vorstellung der Informationsblätter, dass die bestehenden Probleme lösbar seien.

Im Islamforum arbeiten Organisationen wie der Zentralrat der Muslime, der Interkulturelle Rat, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion oder die Christlich-Islamische Gesellschaft zusammen. Aus ihren Empfehlung erfahren wir, dass die Probleme an Schulen mit muslimischen Kindern zum Beispiel mit Vorhängen in Duschkabinen, dem Verzicht auf Fotos nackter Menschen bei der Sexualkunde oder einem getrennten Schwimmunterricht für Jungen und Mädchen gelöst werden könnten.

Jedenfalls wählte die Türkiye zu ihrer Serie als Überschrift „Die Probleme der muslimischen Schüler“. Die Zeitung sieht das Problem eben aus muslimischer Sicht. Auch in Berlin wollen türkische Eltern an manchen Schulen, dass ihre Töchter nicht am Schwimm- und Sportunterricht teilnehmen. Für die deutschen Medien war das neue Infoblatt nur eine kurze Meldung wert. Für die Leser der Türkiye ist diese Empfehlung dagegen wie eine Serviceleistung. Immerhin steht darin auch: „Grundsätzlich ist eine Befreiung vom Sport- und Schwimmunterricht nicht erstrebenswert.“ Untermauert wird das durch die abgedruckten Gerichtsurteile, die Schüler zu diesem Unterricht verpflichten.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben