Berlin : Mutmaßlicher Mai-Randalierer will nur jongliert haben

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Die Stimmung war aufgeheizt und aggressiv. Einer der Randalierer sprang vor der Menge herum. Er trug einen roten JoggingAnzug, warf eine Flasche und dann einen Pflasterstein in Richtung der eingesetzten Polizisten. Wenig später wurde Enrico M. als mutmaßlicher Täter identifiziert. Der 24-Jährige, der sich derzeit wegen schweren Landfriedensbruchs vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten muss, bestreitet jedoch eine Beteiligung an den diesjährigen Mai-Krawallen.

In der Nacht zum 2. Mai soll M. in Kreuzberg zum Wurf ausgeholt haben. Da waren Angehörige der zur Verstärkung der Berliner Polizei eingesetzten Bereitschaftspolizei Baden-Württemberg gerade dabei, im Bereich der Oranienburger Straße mutmaßliche Straftäter festzunehmen. Während des Vorrückens wurden die Beamten aus der mehrere hundert Personen umfassenden Gruppe gezielt mit Flaschen und Steinen beworfen. M. soll einen Polizisten am linken Schienbein getroffen haben. Der Beamte erlitt laut Anklage eine Prellung.

Im Prozess erklärte der Polizist aus Karlsruhe gestern, er habe den Werfer wegen seines ins Auge springenden roten Jogging-Anzugs identifiziert. Ein weiterer Zeuge sagte, der auffällig gekleidete Täter sei auffällig vor der Menge herumgesprungen.

Der Angeklagte hat zwar zugegeben, dass er eine Flasche in der Hand hielt. Doch er habe damit lediglich jongliert, sagte seine Verteidigerin. Sie will beweisen, dass es sich um eine Verwechslung, um ein Missverständnis handele. Am 19. Oktober sollen weitere Beamte aus Baden-Württemberg gehört werden. Im Zusammenhang mit den diesjährigen Mai-Krawallen hat die Staatsanwaltschaft  knapp 80 Anklagen erhoben. K. G.

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