Berlin : Mutmaßlicher Mörder festgenommen - Mike B. soll Freundin umgebracht haben

Tanja Buntrock

Das Spezialeinsatzkommando (SEK) war schneller: Der wegen Mordes gesuchte Mike B. stand am Dienstagabend schon auf dem Fensterbrett in einer Wohnung in Wilmersdorf, um aus dem zweiten Stock zu flüchten. Da packte ihn ein SEK-Beamter per Hechtsprung und zog ihn in die Wohnung zurück. Der Mann wurde festgenommen, Widerstand war sinnlos. So schilderte es ein Ermittler gestern.

Es war gegen 22 Uhr, als das SEK in die Wilmersdorfer Wohnung gestürmt war. Zielfahnder hatten zuvor beobachtet, wie der 39-Jährige die Eingangstür zum Wohnhaus seiner Bekannten betrat. Die Hinweise, wo der Gesuchte sich aufhielt, hatte die Polizei durch eigene Ermittlungen erhalten. Doch auch die Fahndung in der Öffentlichkeit habe zur erfolgreichen Festnahme beigetragen, sagte der Leiter der 2. Mordkommission, Ingo Kexel.

Gestern wurde Mike B. einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls wegen Mordes vorgeführt. Er soll die Tat in Teilen gestanden haben. Ihm wird vorgeworfen, seine ehemalige Lebensgefährtin Michaela G. umgebracht zu haben. Die Kellnerin wurde am 7.Juli von einem Bekannten tot in ihrer Wohnung in der Haydnstraße in Lichterfelde gefunden. Wahrscheinlich hatte sie schon mehrere Tage dort gelegen. „Durch massive stumpfe Gewalt gegen Kopf und Oberkörper“, soll die 33-Jährige ums Leben gekommen sein. „Sie wies verschiedene Verletzungen auf. Es ist auch nicht auszuschließen, dass sie mit einem Gegenstand erschlagen worden ist“, sagte Kexel. Über das Motiv der Tat wurde gestern nichts bekannt. In der Vergangenheit soll der Tatverdächtige seine frühere Freundin jedoch öfter in der Öffentlichkeit belästigt haben.

Mike B. ist bei der Berliner Polizei bereits wegen Körperverletzung und Drogendelikten bekannt. Bei der Öffentlichkeitsfahndung wurde daher auch extra darauf hingewiesen, dass er „extrem gewaltbereit“ sei. „Deswegen haben wir auch das SEK zur Festnahme hinzugezogen“, sagt Ingo Kexel. Erst am 19. Juni soll Mike B. aus dem Gefängnis entlassen worden sein.

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