Berlin : MutmaßlicherMesserstecher vor Gericht

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Er sah, wie ein Mann am SBahnhof Marzahn Autoscheiben zertrümmerte. Thomas P. wollte den Randalierer stoppen. Seine Zivilcourage kostete ihn das Leben. Mit 13 Messerstichen soll Mehdi N. den 20-Jährigen getötet haben. Einen Freund von P., der eingreifen wollte, verletzte der Tunesier laut Anklage lebensgefährlich durch einen Stich in die Brust. Seit gestern muss sich der vermutlich psychisch kranke Student N. vor dem Landgericht verantworten.

Mehdi N. hatte ein Zimmer in einem Studentenwohnheim in Zehlendorf. Doch der Tunesier, der Theologie und Soziologie studierte, soll sich zunehmend seltsam verhalten haben. Am 20. März dieses Jahres fuhr er wieder einmal ziellos umher. In Marzahn stieg er aus der S-Bahn. Mit einem Fleischklopfer soll er dann Fahrzeuge demoliert haben. Thomas P. und seine Freunde wollten einschreiten. Für Thomas P. kam jede Hilfe zu spät. Sein Freund Dirk M., der den Messerstecher verfolgt hatte, konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Der Tunesier soll an einer Schizophrenie leiden und geglaubt haben, dass er von Mitgliedern einer „Nazi-Zelle“ angegriffen werde. Weinend schüttelte die Mutter des Getöteten den Kopf: „Nazi? Mein Sohn hatte mit solchen Leuten nie etwas zu schaffen.“ K. G.

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