Berlin : Mutterfreuden

Matthias Oloew

F rauen regieren die Welt. Was sich als Slogan am Eurovision Song Contest vom Sonnabend nicht wirklich überzeugend durchgesetzt hat, gilt für Deutschland und Berlin umso mehr. Angela Merkel zeigt ihren Jungs von der CDU-Stellvertreterriege immer öfter, wer die Hosen anhat im Adenauer-Haus. Das bleibt nicht ohne Wirkung auf das Bezirksamt Mitte. Es lässt schon seit Jahren keinen Männernamen mehr auf ein Straßenschild, und deshalb ist es nur konsequent, was die Stadträte am Montag beschlossen haben: Neue Trägerin des Ehrentitels „Berliner Stadtbär“ und damit Nachfolgerin des kürzlich verstorbenen Tilo ist seit gestern Schnute. Zu den Verdiensten der 1981 geborenen Bärin hebt die Vorsitzende des Vereins Berliner Bärenfreunde besonders hervor, dass sie der Stadt zwölf Junge geschenkt habe. Da aus politischen Gründen hierzulande keine Mutterkreuze mehr verliehen werden (wie lange noch?) ist der Titel „Stadtbärin“ vollauf gerechtfertigt, auch wenn es eine Entscheidung wider den Bürgerwillen ist. Denn der Bär der Herzen ist derzeit männlich. Er ist weiß und heißt Knut.

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