Berlin : Mysteriöses Pulver in Tegel entdeckt

Weiße Substanz an 28 Stellen freigesetzt. Mehrere Hunde kamen damit in Kontakt

Unbekannte Täter haben am Sonntag in der Umgebung des Tegeler Hafens ein Pulver verstreut. Hunde, die mit der weißen Substanz in Kontakt kamen, mussten sich übergeben, Menschen wurden nicht verletzt. Die Polizei stellte Proben sicher und ermittelt wegen schwerer Gefährdung durch das Freisetzen von Giften.

Ein 25-jähriger Hundebesitzer hatte gegen 13.45 Uhr die Polizei alarmiert. Noch während die Beamten ermittelten, meldeten sich zwei weitere Hundehalter, deren Tiere betroffen waren. An insgesamt 28 Stellen wurde das Pulver entdeckt. Die Polizei forderte die Stadtreinigung an, um die Substanz zu beseitigen. Die letzten Reste wurden vom Regen weggespült. Ein Analyseergebnis lag gestern nach Polizeiangaben noch nicht vor.

In vier Fällen befand sich das Pulver in unmittelbarer Nähe eines Kinderspielplatzes. Zwischen dem Hafenbecken und der Straße Am Tegeler Hafen stehen Wohnhäuser, die an Grünflächen mit mehreren Spielplätzen grenzen. Zwei Fußgängerbrücken führen zur Hafeninsel, die demnächst bebaut werden soll. Offenbar ist die Zahl der Hunde, die mit der Substanz in Kontakt kamen, überschaubar. In der Praxis eines Tierarztes in der nahen Brunowstraße gab es keine auffällige Häufung von Vergiftungsfällen. Auch wurde am gestrigen Montag kein neues Pulver gefunden.

Nach Angaben des zuständigen Polizeiabschnittes gab es in Tegel in den vergangenen Jahren keine Fälle, in denen Hundehasser Gift ausgelegt hatten. In Charlottenburg-Wilmersdorf dagegen hatten Unbekannte im Juni Wurstköder ausgelegt, die mit Rasierklingen und Eisennägeln gespickt waren. Das Veterinäramt hatte daraufhin alle Hundehalter davor gewarnt, im Volkspark Jungfernheide ihre Tiere frei herumlaufen zu lassen. Von einer Häufung der Fälle könne aber insgesamt keine Rede sein, sagte der Geschäftsführer der Tierärztekammer, Hans-Eduard Wöhrl, auf Anfrage. du-

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