Berlin : Mythen und Riten: Der Hochzeitsschmuck

Holger Müller-Hillebrand

Haben Sie zur Hochzeit von Ihrem Mann einen Lapislazuli geschenkt bekommen? Dann müssen Sie sich keine Sorgen machen, wenn Sie einmal Mutter werden sollten. Denn er soll einem mittelalterlichen Glauben zufolge Frauen vor Fehlgeburten und ihre Kinder vor schweren Krankheiten und Unfällen bewahren. Sollte Ihr Mann Sie aber dagegen mit einer Perlenkette überrascht haben, reden Sie ein ernstes Wort mit ihm - wenigstens dann, wenn Sie abergläubisch sind. Denn Perlen sind bei Hochzeiten vielerorts auch heute noch tabu. Sie gelten einer alten Überlieferung nach als Symbole für Traurigkeit: Jede Perle stehe für eine Träne im Eheleben. Die unumstritten klassischste Brautgabe ist wohl der Diamant, und das nicht nur, weil er einer der kostbarsten Edelsteine ist. Er ist härter als alle anderen Minerale und somit ein Zeichen für die Unzerstörbarkeit der Liebe. Zudem soll er seiner Trägerin einen klaren Geist verleihen und sie unbesiegbar machen. Einzige Voraussetzung: Der Edelstein muss an der linken Körperhälfte getragen werden - da, wo das Herz schlägt. Als bestes Schmuckstück gegen Geister gilt der grüne Smaragd. Wer ihn einmal in seinem Haus im Sonnenlicht erstrahlen lässt, kann sich sicher sein, alle bösen Kräfte vertrieben zu haben. Streit, Kummer und Überfälle soll der Rubin abwehren.

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