Berlin : Nach 100 Jahren jetzt kurze Wege am Bahnhof Papestraße

Klaus Kurpjuweit

Es hat mehr als hundert Jahre gedauert, aber jetzt ist es so weit: Der S-Bahnhof Papestraße, der zum Bahnhof Südkreuz ausgebaut wird, ist nun ein wirklicher Umsteigebahnhof der kurzen Wege. Seit gestern halten alle S-Bahnen in der neuen Halle der Ringbahn. Und von dort führen Treppen, Rolltreppen und ein Aufzug direkt zum darunter liegenden Bahnsteig der Nord-Süd-Strecke. Seit der Eröffnung des Bahnhofs 1901 lagen die Bahnsteige weit auseinander, zu erreichen nur auf vielen Stufen treppauf, treppab.

Gestern wurde aber weniger gegangen und stattdessen mehr gefeiert. Zur Inbetriebnahme waren auch Bahnchef Hartmut Mehdorn und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erschienen. Die neue Ringbahnhalle ist nur eine Etappe beim Ausbau des Bahnhofs. Vom 28. Mai 2006 an sollen an der Nord-Süd-Strecke dann auch erstmals Züge des Fern- und Regionalverkehrs halten. Die Halle ist besonders breit, weil über sie in Zukunft auch die Wege zu den neuen Fern- und Regionalbahnsteigen führen werden.

Ob die Bahn wie geplant dann fast alle Fernzüge nur noch über diese Nord-Süd-Strecke mit dem anschließenden Tunnel zum Hauptbahnhof fahren lassen wird, steht noch nicht fest. Wowereit forderte von Mehdorn einen Nachweis, dass am Bahnhof Zoo tatsächlich keine Fernzüge mehr halten können. Mehdorn sagte erneut, die Bahn führe hierzu noch Gespräche.

Doch auch am künftigen Südkreuz gibt es noch offene Fragen. Dort hat sich die Bahn überraschend aus der Finanzierung der Vorplätze zurückgezogen, auf denen unter anderem Halte- und Stellflächen für Busse und Taxis entstehen sollen. Unklar ist zudem, ob über den Nord-Süd-Bahnsteigen zwei Parkhäuser gebaut werden. Die Grundkonstruktion ist zwar gebaut worden, doch ein Finanzier für den weiteren Ausbau hat sich noch nicht gefunden. Aber vielleicht dauert diese Suche nicht nochmals 100 Jahre.

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