Nach Attacke mit Regenschirm : Strafverfahren gegen Berliner NPD-Chef eingeleitet

Weil er mit einem Regenschirm auf einen Demonstranten einschlug, wurde nun ein Strafverfahren gegen den Berliner NPD-Vorsitzenden Sebastian Schmidtke eingeleitet. Die Ermittlungsbehörden haben ihn schon länger im Visier.

von
Immer wieder wird gegen NPD-Mitglieder strafrechtlich ermittelt.
Immer wieder wird gegen NPD-Mitglieder strafrechtlich ermittelt.Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den Berliner NPD-Vorsitzenden Sebastian Schmidtke eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen vor zwei Wochen während einer NPD-Kundgebung im niedersächsischen Lingen einen Gegendemonstranten attackiert zu haben. Wie berichtet, wurde der Angriff wurde vom Kameramann eines Lokalsenders „ev1.tv“ gefilmt.

Die Aufnahmen zeigen, wie Schmidtke mit einem roten Regenschirm auf einen Demonstranten einschlägt. Vorausgegangen war eine verbale Auseinandersetzung eines Nazi-Gegners mit einem NPD-Ordner. Dieser holt plötzlich aus und schlägt dem Mann mit der Faust ins Gesicht. Nachdem ein zweiter Ordner ebenfalls den Betroffenen angreift, stürmt ein weiterer Gegendemonstrant hinzu. In diesem Moment erscheint Schmidtke im Bild und schlägt mit seinem Regenschirm auf den zu Hilfe Eilenden ein. Erst als Polizisten dazwischen gehen, beruhigt sich die Situation wieder.

Die Szenen sorgten vor allem im Internet für Empörung. Das Video wurde in kürzester Zeit tausendfach abgerufen. Gegen zwei weitere an dem Übergriff beteiligte NPD-Mitglieder leitete die Staatsanwaltschaft ebenfalls ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

Schmidtke selbst steht schon länger im Visier der Ermittlungsbehörden. Im vergangenen Jahr wurde sein Ladengeschäft „Hexogen“ in Schöneweide zwei Mal durchsucht. Zuletzt fand die Polizei im Mai dort volksverhetzende CDs. Zuvor gab es im März eine Razzia bei Schmidtke und anderen Rechtsextremisten, weil sie verdächtigt wurden für eine sogenannte „Feindesliste“ mit Namen von Journalisten und Politikern im Internet verantwortlich zu.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben