• Nach Ausschreitungen vor Hertha-Spiel: Schnelle Freilassung von Hooligans wird polizeiintern geprüft

Nach Ausschreitungen vor Hertha-Spiel : Schnelle Freilassung von Hooligans wird polizeiintern geprüft

Die Freilassung von 96 Fußballhooligans nach Ausschreitungen am vergangenen Sonnabend wird nun polizeiintern geprüft. "Da sind noch Fragen offen", sagte Polizeipräsident Klaus Kandt dem Tagesspiegel.

Wie berichtet, wurden die Frankfurter vor Spielbeginn unter Polizeibegleitung in eine Hertha-Kneipe am Stadion gebracht, wo sie unter Bewachung den Abend verbringen durften.
Wie berichtet, wurden die Frankfurter vor Spielbeginn unter Polizeibegleitung in eine Hertha-Kneipe am Stadion gebracht, wo sie...Foto: dpa/ Fabian Fuchs

Die schnelle Freilassung der 96 Fußballhooligans am Sonnabend wird polizeiintern überprüft. „Da sind noch Fragen offen“, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt dem Tagesspiegel. Wie berichtet, wurde ein „richterliches Anschlussgewahrsam abgelehnt“. Am Sonnabend hatten etwa 200 gewaltbereite Fans des Fußballvereins Eintracht Frankfurt einen Treffpunkt von Hertha-Fans angegriffen, 50 Herthaner prügelten sich minutenlang auf der Beusselstraße mit den Frankfurtern. Dabei wurden Steine und Flaschen geworfen und Holzlatten und Eisenstangen als Waffen eingesetzt.

Als die ersten Funkstreifen der völlig überraschten Polizei eintrafen, griffen die Hooligans gemeinsam die Beamten an. Die zogen in ihrer Not die Dienstwaffe. Unterstützungskräfte konnten dann 96 Fans, davon 73 Frankfurter, festnehmen. Wieso diese anschließend so schnell freikamen, konnte Kandt am Montag nicht sagen.

Wie berichtet, wurden die Frankfurter vor Spielbeginn unter Polizeibegleitung in eine Hertha-Kneipe am Stadion gebracht, wo sie unter Bewachung den Abend verbringen durften. In der Vergangenheit waren in ähnlichen Fällen die Hooligans bis nach Spielschluss festgesetzt worden, um weitere Auseinandersetzungen zu verhindern. „Wir werden mit der Justiz darüber sprechen“, kündigte Kandt an. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft betonte, dass ein Anschlussgewahrsam von der Polizei beantragt werden müsse. „Die Staatsanwaltschaft war nicht beteiligt.“

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