Nach Banküberfall : Anwohner sind noch immer schockiert

22.12.2012 13:41 Uhrvon
die Deutsche Bank-Filliale in Berlin-Zehlendorf einen Tag nach dem Übefall. Foto: dpa
die Deutsche Bank-Filliale in Berlin-Zehlendorf einen Tag nach dem Übefall. - Foto: dpa

Nach dem Banküberfall mit Geiselnahme, die am Samstagmorgen unblutig zu Ende ging, erinnern sich die Anwohner an die nervenaufreibende Nacht. Viele Häuser wurden vorübergehend geräumt, weil der Täter mit einer Bombe drohte. In Kürze will sich die Polizei auf einer Pressekonferenz zur Geiselnahme äußern.

Sonnabendvormittag ist die Welt in Zehlendorf-Mitte wieder in Ordnung. Dichter Verkehr rollt auf sechs Spuren über die zentrale Kreuzung von Teltower Damm und Potsdamer Straße, in den Geschäften drängelt sich Weihnachts- kundschaft. Doch die Erinnerung an den Ausnahmezustand ab 16 Uhr am Freitag ist überall noch sehr präsent. 

„,,Polizisten stürzten kurz nach 16 Uhr in den Laden und riefen ,schnell raus’, Sie müssen ihr  Geschäft schließen,“ erzählt die Verkäuferin einer Boutique ganz in der Nähe  der überfallenen Bankfiliale an der Potsdamer Straße.

Sie hatte gerade noch Zeit, Tasche und Mantel zu schnappen. Als sie flüchtete, standen draußen schon schwer bewaffnete Beamte. Wer im engsten Sperrkreis etwa hundert Meter um die Bank herum sein Geschäft hat oder wohnt, musste alles stehen und liegen lassen.

Die Häuser wurden vorbeugend geräumt, weil der Täter mit einer Bombe drohte. Doch auch die Lokale, Geschäfte und Bewohner  in bis zu 500 Metern Entfernung von der Bank, also im erweiterten Sperrkreis, hatten plötzlich große Probleme. Die Polizisten an den weiß-roten Absperrbändern hielten jeden fern.

Wer in seine Wohnung zurückwollte, musste den Ausweis mit der Adresse vorzeigen und wurde von Beamten dann bis zur Tür begleitet. „Ich hab’ meine Kinoverabredung spontan abgesagt“, erzählt Ralf K. , der im ersten Stock, gleich an der gesperrten Kreuzung zu Hause ist. Wusste   nicht, wie und ob ich wieder zurückkomme. Hatte ja außerdem den Krimi vor dem Fenster.“

Herbe Umsatzverluste beklagten die Läden und Lokale in der Sperrzone, denn freitagabends ist ansonsten Hochbetrieb. Besonders so kurz vor Weihnachten. Imed Chahed von „Pizza & Pasta“ schickte seine drei Auslieferungsfahrer um 18 Uhr heim, sie kamen mit dem Wagen nicht mehr durch.

Die Neuland-Fleischerei am oberen Teltower Damm musste um 18.30 dicht machen, „gerade, bevor erfahrungsgemäß nochmal viele Kunden kommen“, so eine Verkäuferin. Und im China-Restaurant „Shaolin“ ärgerte sich Lokalchef Chen Wanguo über den leeren Gastraum. „Nach 18 Uhr hatten wir nur noch drei Gäste“, sagt er. „Normalerweise kommen am Freitagabend bis zu 50 und mehr.“ Die vorbereiteten Speisen musste der Koch sonnabendfrüh teils zum Biomüll kippen.

 

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