Nach Brand im Festsaal Kreuzberg : Betreiber sammeln Spenden für Wiederaufbau

Die Betreiber des abgebrannten Festsaals Kreuzberg sammeln im Internet Spenden, um die Spielstätte wieder aufzubauen. Die erste Resonanz gibt ihnen Mut – doch die Zukunft bleibt weiter ungewiss, denn ähnliche Projekte sind schon spektakulär gescheitert.

Kristina Wollseifen
„Wir wollen auf jeden Fall wieder eine Stätte mit demselben Profil eröffnen", sagt Björn von Swieykowski, einer der Betreiber des Festsaals Kreuzberg. Foto: dpa
„Wir wollen auf jeden Fall wieder eine Stätte mit demselben Profil eröffnen", sagt Björn von Swieykowski, einer der Betreiber des...Foto: dpa

Das Team ist zuversichtlich. „Wir hoffen, dass wir dieses Jahr noch einen Bauantrag stellen können“, sagt Björn von Swieykowski, einer der vier Betreiber des Festsaals Kreuzberg, der vor einigen Wochen komplett ausgebrannt ist. Vorausgesetzt, dass bis Ende November mindestens 20 000 Euro zusammenkommen. Dafür sammeln die Veranstalter nun Geld im Internet. Auf der Crowdfunding-Plattform „Startnext“ wurden seit Ende August bereits mehr als 8000 Euro gespendet.

„Wir hätten nie damit gerechnet, dass es so fantastisch anläuft“, sagt Swieykowski. Mit den 20 000 Euro könnten etwa die Kosten für Bauantrag und Brandschutzgutachten gedeckt werden – wenn diese Summe bis Ende November nicht zusammenkommt, dann kriegen alle Spender ihr Geld zurück, der Festsaal Kreuzberg kriegt nichts. So läuft das beim Crowdfunding. „Dadurch kriegen die Unterstützer eine Garantie, dass wenn sie spenden, ihr Geld auch auf jeden Fall für das Projekt eingesetzt wird.“ Hier liegt der Unterschied zu einem ähnlichen Projekt, das in Schöneberg spektakulär floppte: Der Goya-Club wurde Ende 2005 durch Aktienverkäufe eröffnet. Drei Monate später war er insolvent, die Aktionäre verloren ihr Geld.

Nach dem Brand im Festsaal Kreuzberg
Der Festsaal Kreuzberg ist komplett ausgebrannt. Die Betreiber zeigen Bilder aus dem Inneren und auf den ersten Blick ist klar: So schnell wird man hier nicht mehr feiern können. Im September soll feststehen, ob der Club am alten Standort wiedereröffnen kann. Foto: PrivatAlle Bilder anzeigen
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11.08.2013 16:47Der Festsaal Kreuzberg ist komplett ausgebrannt. Die Betreiber zeigen Bilder aus dem Inneren und auf den ersten Blick ist klar: So...

Neben der Geld-zurück-Garantie werden die Unterstützer des Festsaals für ihre Spenden auch belohnt. Wer zehn Euro spendet, muss sich mit „ewigem Dank“ begnügen, ab 20 Euro gibt es Poster und T-Shirts, für 80 Euro einen Barhocker aus dem Festsaal. Die Betreiber hoffen, dass so sogar mehr als 20 000 Euro zusammenkommen. Denn dann könnte die komplette Planungsphase sicher finanziert werden, sagt Swieykowski.

Von der Gesamtsumme der Schäden blieben die Betreiber trotzdem weit entfernt. Wie viel es genau ist, steht noch nicht fest, da noch immer unklar ist, ob das Dach noch intakt ist. Die Betreiber gehen aber von einer Gesamtsumme von bis zu 400 000 Euro aus, die nötig ist, um den Festsaal Kreuzberg komplett zu erneuern. Die Versicherung erstattet nur die Technik – der Rest soll über Spenden, Kredite und öffentliche Fördermittel zusammenkommen. Trotzdem besteht immer noch die Gefahr, dass der Festsaal aus der Skalitzer Straße 130 wegziehen muss. So oder so, sagt Björn von Swieykowski, „wir wollen auf jeden Fall wieder eine Stätte mit demselben Profil eröffnen."

Auf www.startnext.de/festsaal-kreuzberg kann jeder den Wiederaufbau der Spielstätte unterstützen.

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