• Nach dem Amoklauf: Verletztem Polizisten geht es besser Jürgen R. verließ Intensivstation nach wochenlangem Koma

Berlin : Nach dem Amoklauf: Verletztem Polizisten geht es besser Jürgen R. verließ Intensivstation nach wochenlangem Koma

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Der ärztlichen Kunst hat der 43jährige Polizeimeister Jürgen R. zu verdanken, dass er noch lebt. Er war am 30. Juni in Kreuzberg von einem Amokläufer durch einen Schuss in den Bauch lebensgefährlich verletzt worden. Jetzt ist er auf dem Weg der Besserung. Nach über drei Monaten auf der Intensivstation der Urban-Klinik wurde der Beamte auf eine normale Station verlegt und bereitet sich auf einen längeren Aufenthalt in einem Rehabilitationszentrum vor. „Wir haben die Hoffnung, dass er wieder völlig gesund wird“, sagten seine Kollegen. Jürgen R. will auch wieder seinen Beruf als Polizist ausüben. Ob das jedoch möglich sein wird, steht bisher noch nicht fest. Immerhin waren durch den Schuss in den Bauch zahlreiche Organe verletzt worden. Mögliche Folgeschäden sind derzeit noch nicht absehbar. Die Ärzte hatten R. über Wochen ins künstliche Koma versetzt und ihn erst Ende September endgültig daraus geweckt.

Am 30. Juni hatte ein 37-jähriger Amokschütze an der Wiener Straße seine Freundin getötet und drei Mal auf einen Radfahrer geschossen, der der Frau helfen wollte. Der Täter hatte noch gefeuert, als der Mann schon schwer verletzt am Boden gelegen hatte. Kurze Zeit später hatte der Schütze den Polizisten niedergeschossen, der ihn mit drei Kollegen an der Ohlauer Straße gestellt hatte. Auf einem Hinterhof erschoss sich der Täter dann selbst.

Der 31-jährige Radfahrer Markus M., der als Barkeeper in einem Lokal an der Wiener Straße arbeitete, überlebte die drei Schüsse ebenfalls. Ein Projektil war ihm in den Hinterkopf gedrungen. Er verlor ein Auge. Die Hirnfunktionen sind nach Auskunft des Unfallklinikums Marzahn aber kaum geschädigt. Viel schwerer wiege allerdings das psychische Trauma, das ihn sein Leben lang begleiten werde, sagten die Ärzte. Der 32-Jährige ist ebenfalls noch im Krankenhaus und wird derzeit in der Neurologie im Bereich Frührehabilitation behandelt. Er mache erkennbare Fortschritte, sagte die Sprecherin des Klinikums, Sina Vogt. weso

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