• Nach den großen Ferien: Die freien Tage sind gezählt: Fit für den Start in die Schule?

Berlin : Nach den großen Ferien: Die freien Tage sind gezählt: Fit für den Start in die Schule?

Annette Kögel

Die Sommerferientage sind gezählt - am Montag beginnt für Schüler und Lehrer wieder der Ernst des Lebens. Die ABC-Schützen haben noch ein wenig Zeit: In Berlin werden sie Sonnabend in einer Woche eingeschult - in Brandenburg bereits heute.

Der Geburtenrückgang in Berlin spiegelt sich deutlich in der Statistik wieder: Gingen vergangenes Schuljahr noch 389 000 Kinder und Jugendliche in die Schule, so rechnen die Verwaltungs-Experten dieses Jahr nur noch mit rund 364 000 Schülern. Auch bei den Lehrern sind die Zahlen dementsprechend rückläufig. Im März 2000 waren noch 33 257 Pädagogen registriert, im Schuljahr 2000/2001 werden es wohl noch rund 32 000 sein, sagte Verwaltungssprecher Thomas John. Bis 2004/2005 müssen in Berlin voraussichtlich weitere 38 Schulen geschlossen werden, darunter 25 Grundschulen vor allem in den Ost-Bezirken.

Da jedes Schuljahr rund 1000 Pädagogen aus Alters- oder Krankheitsgründen den Schuldienst verlassen, das Landesschulamt den vorgegebenen Stellenplan aber nicht überschreiten darf, wird der nötige Personalbedarf etwa durch Aufstockungen von Teilzeitarbeit ausgeglichen. Die Lehrerarbeitszeitverlängerung hat umgerechnet rund 1200 Lehrerstellen eingebracht, die Arbeitszeitkonten tragen 53 Stellen bei.

Große Sorgen bereitet der Verwaltung, natürlich aber auch Eltern und Schülern, der Unterrichtsausfall. Im Schuljahr 1998/1999 wurden von den in Berlin pro Woche durchschnittlich insgesamt erteilten 570 000 Unterrichtsstunden knapp vier Prozent nicht gegeben - damit fielen 19 000 Stunden pro Woche aus. Vergangenes Schuljahr waren es fast fünf Prozent. Dies soll sich nun ändern, langfristig will Schulsenator Klaus Böger die Quote auf ein Prozent drücken. Dabei hilft ihm nun die Möglichkeit, etwa in den Vorruhestand tretende Lehrkräfte - die übrigens dazu ermuntert werden - sofort durch eine Neueinstellung zu ersetzen. Nicht neu, aber genauer festgelegt ist jetzt die Vorgabe, dass sich Lehrer als Vertretungskräfte in der Schule bereithalten müssen.

Mit dem neuen Schuljahr wird es mehr bilingualen Unterricht geben, mehr Klassen an den Europa-Schulen, eine neue Staatliche Internationale Schule mit je zwei 5. und 6. Klassen. Es soll ein neuer Versuch zur Integration geistig behinderter Schüler starten, neue schulische Ausbildungsgänge und Weiterbildungen, etwa für Finanzdienstleister, werden eingerichtet. Schülerinnen und Schüler freut jedoch wohl am meisten, dass sie weniger Arbeiten schreiben müssen - eine vom Senator erlassene Streicheleinheit für korrekturgeplagte Lehrer.

Wir haben anlässlich des Schulbeginns mit Kindern über die Schule gesprochen. Worauf sie sich freuen, was ihnen am Spaß macht und ob es auch bei ihnen schon einen gewissen Markenzwang gibt.

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