Nach der Bundestagswahl : Stimmzettel haben ein langes Leben

Auch nach der Wahl haben die Wahlämter in Berlin einiges zu tun - nur die Stimmzettel dürfen sie so schnell nicht vernichten.

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Die Stimmzettel der Wähler haben auch nach der Wahl noch ein langes Leben - sie werden eingelagert. Und mitunter erst nach Jahren vernichtet.
Die Stimmzettel der Wähler haben auch nach der Wahl noch ein langes Leben - sie werden eingelagert. Und mitunter erst nach Jahren...Foto: dpa

Was mag so ein Stimmzettel wiegen? Und welches Gewicht wird dann wohl bei 1 815 281 Stimmzetteln zusammenkommen? So viele Berliner wählten am Sonntag, so viele Stimmzettel müssen also in den Wahlämtern der Bezirke herumliegen – gestapelt, gebündelt, in Kartons verpackt, wer weiß. Aber eines ist sicher: Sie werden dort noch eine Weile liegen bleiben. Derzeit wird noch einmal nachgeprüft, werden mögliche Zählfehler behoben, die Wahlämter haben also noch gut zu tun, auch wenn sich am Ergebnis nichts mehr ändern dürfte. Aber die Zettel danach rasch entsorgen – niemals.

Erst müsse der Bundeswahlleiter dafür grünes Licht geben, heißt es im Büro der Berliner Landeswahlleiterin. Und das kann dauern. Nach der Bundestagswahl 2009 kam die Genehmigung zur Tabula rasa in den Stimmzettellagern sogar erst im vergangenen Frühjahr. Zwischen den einzelnen Bundesländern könne es da schon mal Unterschiede geben. In dem einen Bundesland darf also auch schon mal früher entsorgt werden als in dem anderen – je nachdem, was an Klagen, Beschwerden, Einwänden gegen die jeweilige Wahl abgearbeitet und geklärt werden muss.

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25.09.2013 08:4527 Parlamentarier sitzen über Direktmandate und die Landesliste für Berlin im Bundestag. Sie wollen wissen, wer die Stadt oder...

Aber bis dahin müssen die Papierberge ordentlich eingelagert werden. Bislang würden die Stimmzettel noch in „Wahltaschen“ aufbewahrt, wenn der Kreis- und der Landeswahlausschuss dann alles für richtig befunden haben, werden sie in Kisten verpackt und eingelagert, berichtet etwa der Kreiswahlleiter von Lichtenberg, Axel Hunger.

Voraussichtlich für Jahre warten die Papierstapel dann in einem Lagerraum in dicht gefüllten Regalen auf ihr Ende, den Wink des Bundeswahlleiters, dass sie entsorgt werden können. Das übernehme ein Spezialunternehmen, das den Abtransport und die Vernichtung erledige, sagt Hunger. Darüber gebe es ein Vernichtungsprotokoll: Die nächste Wahl kann kommen.

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