Berlin : Nach der Gasexplosion: Stein für Stein auf Spurensuche

Sachverständige der Versicherung begutachten Ruine. Tatverdächtiger kann noch nicht vernommen werden

Tanja Buntrock

Nach der Gasexplosion in Oberschöneweide konnte der Tatverdächtige Walter K. noch nicht vernommen werden. Sein Zustand ist zwar stabil, „aber letztlich entscheidet der Arzt, wann der Mann soweit ist, dass Kripo-Beamte ihm Fragen stellen können“, sagte ein Polizeisprecher. Möglich sei jedoch, dass Walter K. heute im Laufe des Tages vernommen wird.

Gegen fünf Uhr früh am Montag war - wie berichtet – das Hinterhaus in der Deulstraße 14 durch eine Gasdetonation völlig zerstört worden. Alle 18 Mieter überlebten. Walter K., in dessen Wohnung im 2.Stock die Explosion ausgelöst worden war, kam mit lebensgefährlichen Verbrennungen ins Krankenhaus. Eine Nachbarin erlitt leichtere Handverletzungen und wurde in der Klinik behandelt.

Walter K. hatte einen Abschiedsbrief dabei, deshalb richtete sich der Tatverdacht schon kurz nach der Katastrophe auf ihn. Gestern wurde ihm der Haftbefehl wegen versuchten Mordes vom Richter verkündet.

An der Unglücksstelle ist eine private Firma damit beschäftigt, den Schutt abzutragen. „Das gestaltet sich aber sehr schwierig und kann längere Zeit dauern“, sagte ein Polizeisprecher. Die Arbeiter müssten im „Mikado-Verfahren“ vorgehen, das heißt: Da auch von der Brandkripo immer noch nach Spuren gesucht wird, könne man den Schutt nicht mit einem Bagger beiseite räumen. Auch wisse man nicht, „was alles nachrutscht, wenn man an einer Stelle die Trümmer beiseite schaufelt“.

Die Eigentümer des zerstörten Wohnhauses haben sich gestern mit einem Sachverständigen der Versicherung getroffen. „Die Schadenshöhe ist siebenstellig, mehr können wir derzeit nicht sagen. Das dauert seine Zeit“, sagte einer der beiden Eigentümer. Sicher sei nur, dass das Gebäude abgerissen werden muss. Die sechs Familien, die vorübergehend in anderen Wohnungen der Hausverwaltung untergekommen sind, müssten sich „ momentan keine Gedanken machen über Mehrkosten oder sonstiges“.

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