• Nach der Schießerei in Kreuzberg: Opfer noch in Lebensgefahr Der Amokschütze ist identifiziert

Berlin : Nach der Schießerei in Kreuzberg: Opfer noch in Lebensgefahr Der Amokschütze ist identifiziert

Beide Verletzten liegen im Koma

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Einen Tag nach dem Amoklauf eines Mannes in Kreuzberg wurden gestern erste Hinweise auf den Hintergund der Tat bekannt. Der Todesschütze ist identifiziert: Nach Polizeiangaben handelt es sich um einen 38Jährigen aus Treptow. Er hatte am Montagnachmittag vor einem Café eine ein Jahr ältere Frau mit einem Kopfschuss getötet. Die Frau hatte sich kurz zuvor von dem Mann getrennt. Die Ermittler vermuten nun, dass ein Beziehungsdrama das Motiv des Täters sein könnte. Danach schoss der Mann auf offener Straße einen Radfahrer nieder und lieferte sich mit einer Polizeistreife ein Feuergefecht, bei dem auch ein Beamter lebensgefährlich verletzt wurde. Schließlich tötete er sich auf einem Hinterhof selbst.

Die beiden schwer verletzten Opfer des Amokschützen schwebten am Dienstag noch immer in Lebensgefahr. Der 43-jährige Beamte hatte einen Bauchschuss erlitten, durch den innere Organe, wie Leber, Magen und Dickdarm schwer beschädigt wurden. Der Patient, der viel Blut verloren hat, liegt derzeit im Koma auf der Intensivstation des Kreuzberger Urban-Krankenhauses. Die Ärzte stabilisierten seinen Zustand am Montagabend in einer mehrstündigen Notoperation. Einen Tag später musste er erneut operiert werden. Ein Polizist bewachte zeitweise das Zimmer seines verletzten Kollegen, bis Ärzte und Pfleger versicherten, dass kein Unbefugter bis an das Krankenbett vordringen könne.

Auch der niedergeschossene 31-jährige Radfahrer ist nicht außer Lebensgefahr. Er liegt im Koma. „Und daran wird sich in den nächsten Tagen auch nichts ändern“, sagt sein behandelnder Arzt Walter Schaffartzik. Er ist Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Unfallkrankenhaus Marzahn. Markus M. war von mehreren Kugeln an Kopf und Schulter getroffen worden. Eine durchschlug den Schädel und drang ins Gehirn ein. Das linke Auge des Patienten ist zerstört. Am Montagabend brachte man Markus M. zunächst in die Rettungsstelle des Vivantes-Krankenhauses am Friedrichshain. Zwei Stunden später verlegten ihn die Ärzte ins Unfallkrankenhaus, das auch mit der benachbarten Augenklinik Marzahn kooperiert.

Ob weitere Operationen nötig sind, konnte der behandelnde Arzt noch nicht sagen. „Bei einem solch kritischen Zustand des Patienten macht man nur das allernotwendigste, um dessen Leben zu erhalten“, sagte Schaffartzik. I.B.

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