• Nach der Schießerei: Polizist außer Lebensgefahr Ab jetzt müssen in jedem Streifenwagen Schutzwesten liegen

Berlin : Nach der Schießerei: Polizist außer Lebensgefahr Ab jetzt müssen in jedem Streifenwagen Schutzwesten liegen

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Der Polizeibeamte, der am Montag von einem Amokschützen in Kreuzberg schwer verletzt wurde, ist zunächst außer Lebensgefahr. Er sei in einem „zufriedenstellenden Zustand“, ist von behandelnden Ärzten im UrbanKrankenhaus zu hören. Er wird allerdings auf der Intensivstation immer noch im künstlichen Koma gehalten. Der 43-jährige hatte einen Bauchschuss abbekommen, der die Leber, den Magen und den Dickdarm verletzte. Sorgen bereitet den Medizinern, dass der Patient durch die Wunde so viel Blut verloren hat. Rund 30 Blutkonserven mussten ihm bisher verabreicht werden, wodurch die Gefahr von Komplikationen wächst.

Dem zweiten Opfer der Schießerei geht es immer noch sehr schlecht. Der 31-jährige Markus M., den der Schütze von seinem Fahrrad geschossen hat, wird im Unfallkrankenhaus Marzahn behandelt. Er erlitt drei Schusswunden, eine jeweils an Schulter und Brust. Die dritte Kugel drang in sein Hirn und zerstörte das linke Auge. Die Ärzte versuchen jetzt verzweifelt, eine Hirnschwellung zu verhindern, denn das wäre sein Tod. Erst am kommenden Montag könne man sagen, ob diese Behandlung gelinge, sagte Peter Kuhly, der behandelnde Arzt, dem Tagesspiegel. Er schätzt die Überlebenschancen des Patienten auf „50 zu 50“. Es sei völlig offen, ob Markus M. jemals vollständig genese. Experten rechnen mit bleibenden Behinderungen, weil die Kugel ein großes Hirnareal zerstörte.

Der Kreuzberger Amokschütze hatte am Montag erst eine 39-jährige Frau erschossen, dann den Radfahrer und den Polizisten schwer verletzt und schließlich sich selbst in einem Hinterhof mit einem Kopfschuss getötet. Die Ermittlungen der Polizei kommen offenbar nur schleppend voran. „Es gibt keine neuen Einzelheiten zu dem Fall“, hieß es am Donnerstag bei der Polizei. Als Reaktion auf die Schießerei in Kreuzberg hat die Polizei jetzt verfügt, dass die Beamten ihre schusssicheren Westen beim Einsatz immer im Auto griffbereit haben müssen. I.B.

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