Nach Einbruch ins Bodemuseum : Polizei sucht Täter per Video

Vor dem Diebstahl der 100-Kilo-Goldmünze im Bodemuseum wurden die drei Täter gefilmt. Die Polizei hat nun ein Video veröffentlicht.

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Das 110-Kilo-Ding: die gestohlene "Big Maple Leaf"
Das 110-Kilo-Ding: die gestohlene "Big Maple Leaf"Foto: Marcel Mettelsiefen/dpa

Hätten nicht nur seelenlose Kameras die Szenerie aufgezeichnet, vielmehr ein Kontrolleur, Wächter oder wer auch immer – es wäre ihm sofort klar gewesen, dass da etwas faul ist: Drei Männer, die sich zu einer Stunde, wenn längst kein Zug mehr fährt, vorsichtig auf den S-Bahnhof Hackescher Markt vortasten, offenbar um die Kameras wissend und sehr bemüht, nur ja nicht erkennbare Aufnahmen von sich zu liefern.

Es sind offenkundig die Täter, die in der Nacht zum 27. März ins Bode-Museum einbrachen und dort eine äußerst seltene Münze namens „Big Maple Leaf“ mit dem Konterfei von Queen Elizabeth II. entwendeten. Ein 100 Kilo schweres numismatisches Monstrum, Nennwert eine Million Dollar, Materialwert rund 3,7 Millionen Euro, als Zahlungsmittel unbrauchbar und auch sonst komplett kaum zu veräußern.

Diebisches Trio. Diese Männer sollen die "Big Maple Leaf" gestohlen haben.
Diebisches Trio. Diese Männer sollen die "Big Maple Leaf" gestohlen haben.Foto: Polizei Berlin

Einer der Diebe hat einen auffälligen Gang

Die Berliner Polizei hat nun, gut drei Monate nach dem Einbruch, ein Fahndungsvideo der mutmaßlichen Täter veröffentlicht. Zusammengestellt wurde es aus Aufzeichnungen verschiedener Überwachungskameras auf dem S-Bahnhof Hackescher Markt. Kurz vor drei Uhr morgens hatten die Täter von dort aus die Gleisanlagen betreten und waren in Richtung Monbijoupark/James-Simon-Park zum Museum gelaufen. Die Gesichter sind auf den Aufnahmen nicht zu erkennen. Die drei Täter, wahrscheinlich Männer, waren dunkel gekleidet, trugen Hoodies mit nach vorn geschlagener Kapuze und verdeckten ihrer Gesichter teilweise mit den Händen. Einer der Männer trug einen dunklen Rucksack und hat einen auffälligen, breitbeinigen Gang.

Die Täter waren durch ein Fenster ins Museum eingedrungen, zertrümmerten eine Vitrine, entnahmen ihr die Münze und seilten sich in den Monbijoupark ab. Sie hatten ihre Tatwerkzeuge offenbar nur teilweise dabei: Die Münze wurde mit einer später aufgefundenen Schubkarre abtransportiert, die auf den Aufnahmen fehlt. Auch eine Leiter haben sie dort nicht dabei, sie dürften schon vorher deponiert worden sein.

Von ihr und anderen zurückgelassen Gegenständen hatte die Polizei schon früher Fotos veröffentlicht. Es handelt sich neben der Karre und der dreiteiligen Leiter um das Griffstück einer im Baumarkt Obi gekauften Axt, einen Türkeil und einen sogenannten Transporthund, ein Brett mit Rollen.

Wer kann Hinweise geben?

Die Polizei hat nun mehrere Fragen: Wer kann Hinweise zur Identität der Gesuchten geben? Wer hat in der Tatnacht gegen 3 Uhr Verdächtiges im Bereich des S-Bahnhofs Hackescher Markt und dem Monbijoupark/James-Simon-Park beobachtet? Wer kann Angaben zu den Tatwerkzeugen machen oder kennt Personen, die solche erworben bzw. besessen haben und bei denen diese nun fehlen? Wem sind die Goldmünze oder größere Goldmengen angeboten worden? Für Hinweise, die zur Überführung der Täter führen, sind 5000 Euro Belohnung ausgesetzt. Hinweise an die Polizei unter Telefonnummer 4664 – 944 400 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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