Nach Fahrzeugbränden : Busse sollen sicherer werden – noch aber fehlt das Geld

Die BVG will nach Fahrzeugbränden Löschanlagen am Motor einbauen lassen. Fahrten nach Plan soll es erst wieder im Frühjahr geben.

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Blick in den Motor. Nußbaum (Mitte) und Nikutta im Gespräch mit BVG-Mitarbeitern.
Blick in den Motor. Nußbaum (Mitte) und Nikutta im Gespräch mit BVG-Mitarbeitern.Foto: dpa

Die BVG will die Sicherheit bei ihren 1323 Bussen verbessern. Das notwendige Geld in Höhe von knapp 30 Millionen Euro hat sie sich dafür allerdings noch nicht gesichert. Nachdem allein 2009 und 2010 bisher sechs Busse in Flammen aufgegangen sind, will das Unternehmen in allen Fahrzeugen Brandlöschanlagen einbauen, was nach Angaben von BVG-Chefin Sigrid Nikutta acht bis neun Millionen Euro kosten würde. Etwa 18 Millionen Euro benötigt das Unternehmen zudem, um inzwischen festgestellte Wartungs- und Pflegemängel an den Bussen abzustellen.

Diese Summe wolle die BVG innerhalb ihres Etats aufbringen, sagte Nikutta am Donnerstag. An welchen Stellen dafür gespart werden könne, prüfe man derzeit. Dies führe für einige Bereiche der BVG sicher zu „einem harten Jahr.“ Beim Einbau der Löschanlagen in den Motorräumen hofft man, dass sich auch die Hersteller der Fahrzeuge an den Kosten beteiligen. Auch Versicherungsprämien könnten niedriger ausfallen, wenn die Fahrzeuge sicherer werden, sagte Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos), der Aufsichtsratsvorsitzender der BVG ist. Das Gremium werde dem Einbau jedenfalls zustimmen, wenn die BVG nachweisen könne, dass das Löschsystem auch funktioniere, sagte Nußbaum.

Derzeit sind in zwei Bussen solche Anlagen eingebaut. Bedenken gibt es vor allem für den Sommer, wenn große Hitze die Löschanlagen auslösen könnte. Andere Verkehrsbetriebe haben solche Systeme bereits einbauen lassen – in Bussen, aber auch in U-Bahnen.

Keine Gegenliebe findet bei Nußbaum bisher der Vorschlag, die Löschanlagen aus den einbehaltenen S-Bahn-Mitteln des Senats zu finanzieren. Angesichts des hohen Schuldenstands der BVG und des Landes könne man dieses Geld nicht mit dem Füllhorn ausschütten, sagte Nußbaum als Finanzsenator. Von den vertraglich vereinbarten Zahlungen an die S-Bahn in Höhe von mehr als 230 Millionen Euro hat der Senat allein in diesem Jahr wegen nicht erbrachter Leistungen bisher 52 Millionen Euro nicht ausgezahlt; kalkuliert hatte man mit 45 Millionen Euro. Sie sollen nach dem Willen der Verkehrsverwaltung für den Nahverkehr ausgegeben werden. Die Löschanlagen stehen bisher nicht auf dem Programm.

Der Einbau würde die Busse jeweils für zwei bis drei Tage aus dem Verkehr ziehen. Hier hat die BVG schon Probleme. Nach dem letzten Brand im Oktober hat sie alle 91 noch vorhandenen Busse der besonders anfälligen Citaro-Baureihe von Mercedes aus dem Betrieb genommen; 67 fahren nach abgeschlossenen Sonderkontrollen inzwischen wieder.

Doch auch Qualitätsmängel hatten schon vorher dazu geführt, dass es für den Betrieb zu wenig Busse gibt. Bis auf Weiteres fallen Fahrten aus, vorwiegend streicht die BVG, wie berichtet, auf knapp 20 ihrer 149 Linien Zusatzfahrten auf einzelnen Abschnitten. Nikutta hofft, im Frühjahr wieder nach Plan zu fahren. Dann könnten auch die über 30 gemieteten Busse von Verkehrsbetrieben in Brandenburg zurückgegeben werden.

Vorsorglich werden inzwischen alle Busse täglich mit Blick auf eine Brandgefahr kontrolliert. Die rund 500 Mitarbeiter in den Werkstätten sollen durch 30 weitere ergänzt werden; zudem sind 20 Zeitarbeitskräfte eingesprungen. In den Werkstätten werde mit großem Elan gearbeitet, lobte Nikutta die Mitarbeiter.

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