• Nach Fund von Rohrbomben am 1. Mai: Polizeichefin bittet um Entschuldigung für Informationspolitik

Nach Fund von Rohrbomben am 1. Mai : Polizeichefin bittet um Entschuldigung für Informationspolitik

„Ich habe es versäumt, den Senator persönlich über den aktualisierten Sachstand zu informieren": Die amtierende Polizeipräsidentin Koppers bittet Innensenator Henkel um Entschuldigung nach dem Rohrbombenfund am 1. Mai.

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Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers und Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU)
Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers und Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU)Foto: dapd

Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers gibt zu, nach dem Fund mehrerer Rohrbomben am 1. Mai, Fehler gemacht zu haben. „Ich habe es versäumt, den Senator persönlich über den aktualisierten Sachstand zu informieren.“ Wie berichtet, war Innensenator Frank Henkel (CDU) von der Polizeiführung nicht in Kenntnis gesetzt worden. Henkel hörte am Sonnabend lediglich von einem seiner Mitarbeiter, dass „Objekte gefunden wurden, deren Zweck und Gefährdungspotenzial nicht abschließend eingeschätzt werden könnten“. Dieser Mitarbeiter hatte den Hinweis auf informellen Kanälen von der Polizei bekommen. Wie berichtet, erfuhr Staatssekretär Bernd Krömer, der den erkrankten Henkel vertrat, erst am Montag Minuten vor der Sitzung des Innenausschusses von der Brisanz der Bomben. „Das war ein Fehler, den ich sehr bedaure“, sagte Koppers dem Tagesspiegel.

So verlief der 1. Mai in Berlin:

Der 1. Mai 2012 in Berlin
Aufräumen vor dem Jüdischen Museum: Hier wurde am Dienstagabend die Demonstration "Der Druck steigt - für die soziale Revolution" vorzeitig beendet.Weitere Bilder anzeigen
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02.05.2012 14:08Aufräumen vor dem Jüdischen Museum: Hier wurde am Dienstagabend die Demonstration "Der Druck steigt - für die soziale Revolution"...

Die Kriminaltechniker der Polizei haben die am 1. Mai bei der Autonomendemo gefundenen Rohrbomben zunächst als vergleichsweise harmlos eingestuft. Erst ein Schnelltest des Inhalts des Alurohres am folgenden Donnerstag habe ergeben, dass die Füllung brisant ist. Seit diesem Tag habe man im Präsidium von Rohrbomben gesprochen. Am Freitag lag ein schriftlicher Bericht der Vizepräsidentin vor. Verzögert wurden die Ermittlungen auch durch Fehler derjenigen Beamten, die die drei Alurohre gefunden haben. Nur in einem Fall ist sofort eine Strafanzeige geschrieben worden, in den beiden anderen erst mit mehreren Tagen Verspätung. „Die Kollegen haben die Brisanz nicht erfasst“, hieß es im Präsidium. Wer die Rohrbomben gebaut hat, ist weiterhin rätselhaft. Sowohl linke als auch rechte Extremisten, aber auch „unpolitische Spinner“ kämen in Betracht, hieß es.

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