Nach geplatzter Flughafen-Eröffnung : Aufsichtsrat will Konsequenzen am Mittag verkünden

17.05.2012 10:07 Uhrvon
Hier hätte sie stattgefunden, wenn sie stattgefunden hätte: Der Raum in der Airportworld, wo schon alles für die Pressekonferenz vorbereitet war, in der Konsequenzen aus dem Flughafendebakel verkündet werden sollten. Foto: dpa
Hier hätte sie stattgefunden, wenn sie stattgefunden hätte: Der Raum in der Airportworld, wo schon alles für die Pressekonferenz vorbereitet war, in der Konsequenzen aus dem... - Foto: dpa

Update Am Mittag will der Aufsichtsrat über Konsequenzen aus dem Flughafen-Debakel informieren. Chefplaner Manfed Körtgen wird bei der Pressekonferenz nicht mit auf dem Podium sitzen. Inzwischen wird mit einer Inbetriebnahme nicht vor März 2013 gerechnet.

Der Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft will nach seiner nächtlichen Marathonsitzung am heutigen Donnerstagmittag um 12 Uhr über die Konsequenzen aus der geplatzte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens informieren. Am Flughafen in Schönefeld wollen sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) äußern, wie die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH ankündigte.

Auch der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, und der Sprecher der Geschäftsführung des Flughafens Berlin Brandenburg, Rainer Schwarz, sollen dabei sein.

Auffällig: Chefplaner Manfred Körtgen, der bei den vergangenen Pressekonferenzen mit am Tisch saß, wird nicht sprechen. Damit verdichten sich die Hinweise, dass der für Planung und Betrieb zuständige Geschäftsführer seinen Posten räumen muss.

Am frühen Donnerstagmorgen beendete der Aufsichtsrat nach mehr als zehn Stunden Beratung seine Sondersitzung. Schon um Punkt 22.51 Uhr am Mittwochabend trat eine Sprecherin der Flughafengesellschaft in der Schönefelder Airportworld vor die Journalisten und Kamerateams und sagte nur knapp: "Es tut mir leid. Ich soll Ihnen sagen, heute gibt es nichts mehr. Sie können nach Hause gehen. Es zieht sich weiter in die Länge."

Über Stunden warteten Reporter vergeblich auf Nachrichten aus dem Aufsichtsrat. Bereits seit 11 Uhr bereitete der Projektausschuss die Sitzung vor, um 15.30 Uhr kam der Aufsichtsrat zusammen - allerdings auf der hermetisch abgeriegelten BER-Baustelle, abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Die Journalisten warteten teils seit Mittwochvormittag auf Nachrichten über die Zukunft des neuen Hauptstadtflughafens. Im Pressezentrum in der airportworld am alten Schönefelder Flughafen aus DDR-Zeiten herrschte über Stunden angespannte Ruhe.

Bildergalerie: So entsteht der Flughafen

Was aus der Sitzung des Kontrollgremium nach außen drang, war äußerst spärlich. Demnach ringen die Vertreter der Eigentümer - Berlin, Brandenburg und Bund - um eine Einigung. In Gesprächen mit Planern, Baufirmen und Fluggesellschaft ging es über Stunden auch um die Aufklärung des Desasters auf der BER-Baustelle. Unklar ist allerdings, ob sich die Beteiligten bereits auf einen neuen Termin für die verschobene Eröffnung verständigen konnten. Beobachter bezweifeln, dass sich die Verantwortlichen nach dem Debakel und der nunmehr zweiten Absage des Eröffnungstermins bereits auf ein neues Datum festlegen werden. Inzwischen wird mit einer Inbetriebnahme nicht vor März 2013 gerechnet.

Auch die Personalfragen sollten auf der Sitzung besprochen werden. Der für Planung und Betrieb zuständige Geschäftsführer Manfed Körtgen soll seinen Posten räumen.

(mit dpa)

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