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Nach Kabelbrand : Ringbahn fährt wieder planmäßig

Zu dem Kabelbrand, der zu massiven Beeinträchtigungen bei der S-Bahn geführt hat, haben sich Atomkraftgegner bekannt. Nach Angaben der Verkehrsmanagementzentrale fährt die Ringbahn wieder planmäßig.

von und Janina Guthke
Diesmal wieder Kabeldiebstahl: Am Dienstagmorgen gab es wieder Verspätungen und Zugausfälle bei der Berliner S-Bahn. Vor allem der Osten Berlins war betroffen. Hier die entsprechende Mitteilung am Bahnhof Greifswalder Straße. Foto: Maik WertherWeitere Bilder anzeigen
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29.05.2012 07:23Diesmal wieder Kabeldiebstahl: Am Dienstagmorgen gab es wieder Verspätungen und Zugausfälle bei der Berliner S-Bahn. Vor allem der...

Eine gute Nachrichtig für die Benutzer der Ringbahn: Wie die Verkehrsmanagementzentrale Berlin (VMZ) auf ihrer Website mitteilt, fährt die S-Bahn auf dem Ring seit Mittwochmorgen wieder planmäßig. Die Linien S 46 und S 47 sind weiterhin gestört. Erstere verkehrt zwischen Königs Wusterhausen und Treptower Park, die 47 fährt zwischen Spindlersfeld und Schöneweide. Zwischen Baumschulenweg und Neukölln hat die S-Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Das Feuer an einem Kabelschacht der Berliner S-Bahn, das seit Montag zu massiven Beeinträchtigungen im Zugverkehr geführt hatte, ist offenbar durch einen Brandanschlag militanter Atomkraftgegner ausgelöst worden. Am Dienstagmorgen wurde im Internet ein Selbstbezichtigungsschreiben eines „Kommando Sébastien Briat“ veröffentlicht. Darin wird der Anschlag mit dem Engagement der Bahn bei Atomtransporten begründet. Zudem bekennt sich das „Kommando“ zeitgleich einen Firmenwagen von Siemens angezündet zu haben. Sébastien Briat war ein französischer Atomkraftgegner, der 2004 bei einer Demonstration gegen einen Castortransport ums Leben kam. Die Polizei hält das Schreiben für authentisch.

Auch am Dienstag war der S-Bahn-Verkehr im Südosten der Hauptstadt noch beeinträchtigt. Vom heutigen Mittwochmorgen an soll die Ringbahn wieder planmäßig fahren, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Abschnitt zwischen Neukölln und Baumschulenweg bleibe weiter gesperrt.

Deutsche Bahn und Siemens werden seit Jahren von militanten Atomgegnern angegriffen, vor allem wenn Castor-Transporte bevorstehen. Am Freitag wird der Start eines Transports aus Frankreich in Richtung Gorleben erwartet. Es ist der erste Atomtransport, seit der Bundestag die umstrittene Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke beschlossen hat. Daher wird mit deutlich stärkeren Protesten gerechnet als zuletzt. Der Transport wird von tausenden Polizisten gesichert. Bislang hatten Atomgegner vor allem in Brandenburg und Niedersachsen Oberleitungen zerstört oder Strommasten umgesägt. Angriffe auf den Berliner Nahverkehr sind neu. „Die wissen genau, wo sie uns treffen können“, hieß es am Dienstag bei der Bahn. Durch den Kabelbrand war auch das Bahn-Telefonnetz massiv gestört worden, darunter die Kundenhotline. Unklar ist, ob die Attentäter wussten, dass ein Anschlag auch diese Folge haben würde.


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