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Nach Kabelbrand : S-Bahn-Verkehr auch Dienstag nur eingeschränkt

Das mutmaßlich von Linksautonomen gelegte Feuer hat am Montag den ganzen Tag den S-Bahn-Verkehr erheblich beeinträchtigt. Und die Kabel sind immer noch nicht repariert.

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Foto: Paul Zinken/dpa
Kein Durchkommen. Am Montagmorgen um 3.30 Uhr war der Brand entdeckt worden.Foto: dpa

Ein kleiner Brand hat sich wieder groß ausgewirkt. Das mutmaßlich von Linksautonomen gelegte Feuer in einem Kabelkanal zur Stromversorgung der S-Bahn hat am Montag den ganzen Tag den Verkehr erheblich beeinträchtigt. Es gab Ausfälle und Verspätungen. Wer nicht vorher informiert war, kam meist zu spät zur Arbeit. Oder zum Flughafen nach Schönefeld. Auch am heutigen Dienstag gibt es noch Einschränkungen. "Die Reparaturarbeiten laufen und wir gehen davon aus, dass sie heute im Laufe des Tages beendet werden", sagte ein S-Bahn-Sprecher.

Fahrgäste aus Richtung Schöneweide sollten mit der S-Bahn bis zur Station Neukölln fahren und dort in die Ringbahn umsteigen, empfiehlt der Sprecher.

Nach Angaben eines Polizeisprechers hatte eine Aufsicht am Montagmorgen gegen 3.30 Uhr eine starke Rauchentwicklung zwischen den S-Bahnhöfen Treptower Park und Sonnenallee bemerkt und die Feuerwehr alarmiert, die den Brand schnell löschte.

Auf der Ringbahn fuhren die Züge zunächst nur zwischen Ostkreuz, Gesundbrunnen und Neukölln. Zwischen Neukölln und Ostkreuz gab es anfangs nur einzelne Fahrten und gegen 7 Uhr dann einen Pendelbetrieb im Abstand von zehn Minuten. Die Züge der Ringbahn konnten von 9 Uhr an wieder durchgehend fahren; allerdings nur alle zehn Minuten und nicht wie in den Hauptverkehrszeiten üblich im Fünf-Minuten-Abstand. Zwischen Treptower Park und Schöneweide fuhren den ganzen Tag keine Züge. Als Ersatz setzte die S-Bahn rund 20 Busse ein. Die S 8 fuhr zwischen Birkenwerder und Greifswalder Straße/Ostkreuz, die S 9 zwischen Flughafen Schönefeld und Schöneweide/Hermannstraße. Eingestellt war der Verkehr auf der S 85 (Waidmannslust–Grünau).

Weiterhin Einschränkungen

Auch am heutigen Dienstag bleibt es nach Angaben eines Sprechers zunächst bei diesen Einschränkungen. Der Versuch, die Kabel so zu reparieren, dass wenigstens Züge einer Linie zwischen Treptower Park und Schöneweide hätten fahren können, war gescheitert. Auf dem Ring konnten die Bahnen aber am Nachmittag, anders als zunächst angenommen, wieder alle fünf Minuten fahren.

Die Kabel der Bahn liegen in der Regel in Kanälen neben den Gleisen und sind nur durch unbefestigte Platten abgedeckt. Sie unter die Erde zu legen, sei nicht nur teuer, sondern erschwere auch die Wartung, sagte ein Bahnsprecher.

Anschläge auf Kabelanlagen hat es schon mehrfach gegeben. Brände am Ostkreuz schränkten den Verkehr 2011, 2012 und 2014 tagelang erheblich ein, Eine Störung in diesem Bereich wirkt sich massiv aus, weil sich dort mehrere Linien bündeln.

Bahnverkehr bis auf wenige Ausnahmen reibungslos

Andernorts läuft der Gleisverkehr inzwischen wieder weitgehend reibungslos. In Hamburg und Schleswig-Holstein fallen noch die Regionalzüge der Linie RE80 zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und Lübeck aus, wie die Bahn am frühen Dienstagmorgen mitteilte. Die Züge der Linie RE81 zwischen Hamburg und Ahrensburg verkehren nur bis Hamburg Rahlstedt. Auf der restlichen Strecke verkehren Busse. Auch in Nordrhein-Westfalen zwischen Köln-Mülheim und Opladen gab es noch Verzögerungen.

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