Nach Kokain-Schmuggel : Sohn der Spreepark-Familie kommt aus Haft in Peru frei

In Lima war Marcel Witte zu 20 Jahren Gefängnis wegen Kokain-Schmugggels verurteilt worden. Nun soll er nach 13 Jahren nach Deutschland überstellt werden.

In dem Gefängnis Sarita Colonia in Lima ist Gewalt unter Häftlingen an der Tagesordnung.
In dem Gefängnis Sarita Colonia in Lima ist Gewalt unter Häftlingen an der Tagesordnung.Foto: dpa

Der in Peru zu 20 Jahren Gefängnis verurteilte Marcel Witte, Sohn des früheren Betreibers des Berliner Spreeparks, wird nach Deutschland überstellt. Das bestätigte die Familie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Marcel Witte saß in Lima seit 2003 wegen des geplanten Schmuggels von 167 Kilogramm Kokain in einem Mast des Fahrgeschäfts „Fliegender Teppich“ ein, er bestreitet seine Schuld.

Witte sei bereits auf dem Weg nach Deutschland. Dort muss er womöglich noch eine Reststrafe verbüßen. Nach der Spreepark-Pleite war die Familie mit einigen Karussells nach Lima übergesiedelt, 2003 sollte es zurückgehen. Der Schmuggel sollte bis zu 700 000 Dollar bringen. Als Verantwortlicher gilt der Vater. Er hatte kurz vor dem Start der Aktion einen Herzinfarkt und wurde nach Deutschland geflogen, wo er später verurteilt wurde und mehrere Jahre in Haft saß.

Vater betonte Unschuld des Sohns

Durch einen Tipp war es zum Zugriff der Polizei in Lima gekommen. Da der Sohn als Geschäftsführer des dortigen Freizeitparks fungierte, wurde er verhaftet. Der Vater betonte stets, sein Sohn habe nichts mit dem geplanten Schmuggel zu tun gehabt.

Wittes Mutter hatte unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) appelliert, eine rasche Lösung für die Rückkehr von Marcel Witte nach Deutschland zu finden. Besonders der SPD-Menschenrechtsexperte Frank Schwabe setzte sich für eine Lösung ein, damit Witte zurück nach Deutschland kommen konnte. Witte war in dem berüchtigten Gefängnis Sarita Colonia inhaftiert, er war mehrfach schwer krank. In dem Gefängnis ist Gewalt unter Inhaftierten an der Tagesordnung. (dpa)

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