Nach Kritik von Jens Spahn : Finanzministerium lädt Hipster ein

CDU-Politiker Jens Spahn kritisiert "elitäre Hipster". Die können ihn nun am Wochenende besuchen: beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung.

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Ist das wirklich ein Hipster?
Ist das wirklich ein Hipster?Foto: Screenshot

Sie tragen Bart, sprechen in Berliner Cafés Englisch und bilden "eine völlig neue Form der Parallelgesellschaft": "Elitäre Hipster" sind der neue Wahlkampfschlager des CDU-Politikers Jens Spahn. In einem Beitrag der Wochenzeitung "Die Zeit" echauffiert sich Spahn, es sei eine "anbiedernde Bereitschaft, vorschnell und ohne Not die eigene Muttersprache hintanzustellen". Spahn, der zum konservativen Flügel der Union gezählt wird, kritisiert weiter, dass sich "elitäre Hipster gegenüber den Normalbürgern abschotten." Das sei nicht weltoffen, sondern provinziell.

Das Bundesfinanzministerium zeigt sich gern provinziell. Dafür spricht auch schon der Anlass: ein Tag der offenen Tür am Wochenende, nämlich der gesamten Regierung - und zu dem hat das Haus von Wolfgang Schäuble (kommt tief aus dem Südwesten) nun via Twitter ausdrücklich auch die Hipster dieser Welt eingeladen. "Hello , come join us for our open day", schrieb das Socialmedia-Team des Ministeriums auf Neuberlinisch und verriet, dass auch Jens Spahn sich gewiss darüber freuen würde.

Spahn, der Parlamentarischer Staatssekretär für Minister Schäuble ist, teilte den Tweet. Damit der Tweet auch das richtige Publikum erreicht, wies das Ministerium noch darauf hin, dass man fließend Englisch und Französisch spreche.

Ist das ein Hipster?

Echte Hipster dürfte indes vor allem beschäftigen, ob es sich bei dem bärtigen Mann mit fettigem Haaransatz, Kopfhörer und schlabbrigem-T-Shirt, den das Ministerium an seinen Tweet als GIF anhängte, um einen Hipster oder um einen Nerd handelt. Eine Definition ist schwierig, denn das Bild des Hipsters scheint sich weg vom Bio-Kaffee trinkenden Großstadtjunkie und hin zum Natur liebenden Jäger zu wandeln. Aber die Brille des abgebildeten Mannes ist für einen Hipster eindeutig zu drahtig. Jedenfalls dünner als die von Jens Spahn.

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