Berlin : Nach langem Fußballabend früh raus zur Klassenarbeit

Thüringen macht’s vor – und Berlin nicht nach. Auch in fußballdominierten Zeiten mit für die Stadt besonders bedeutenden Spielen gilt hier für die Schule: Fußball ist Fußball, und Unterricht ist Unterricht. Im Freistaat hingegen hat das Kultusministerium den Schulleitern freigestellt, zwei Stunden später zu beginnen und den ausgefallenen Unterricht nachzuholen. Das lehnt die Berliner Bildungsverwaltung ab. Sie setzt darauf, dass die Schulen selber Wege finden, sich mit der Fußballbegeisterung ihrer Schüler zu arrangieren.

Denn natürlich wollen auch viele Kinder und Jugendliche die wichtigen Spiele nicht verpassen. So wie die achtjährige Lena aus Lichterfelde. „Klar darf sie schauen“, sagt der Vater. Lena war bei einem Schulfreund zu einer Übernachtungsparty mit Fußballgucken eingeladen. Da traf es sich gut, dass sie heute etwas länger schlafen kann. Donnerstags hat sie immer erst zur zweiten Stunde. Luis aus Mariendorf muss hingegen früh raus. Der Deutschlehrer hat eine Arbeit angesetzt – geschrieben wird ab acht Uhr in den ersten beiden Stunden. Gestern Abend stand dennoch das Spiel auf dem Programm, auch wenn das Aufstehen heute Morgen schwer fallen wird. Andere Schüler hatten mehr Glück: Ihr Lehrer verlegte die geplante Arbeit vom frühen Morgen auf spätere Stunden.

Direktorin Ellen Hansen von der Werbellinsee-Grundschule beobachtet, dass speziell die jungen Schüler mit jeder EM- Woche müder zum Unterricht kommen. Heute ist das nicht so dramatisch, weil ein großes Spiel- und Sportfest angesetzt ist. Der Termin ist Zufall; er wurde bereits im vorigen Jahr festgelegt. sik/chb

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