Nach Liebig 14 : Symbolische Besetzung

Aus Protest gegen die Räumung des linken Wohnprojekts in der Liebigstraße 14 ist am Freitag symbolisch ein Haus in Friedrichshain besetzt worden. Ein Engländer sitzt weiter hinter Gittern.

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Die "Liebig 14" - Am 2. Februar 2011 wurde das links-alternative Wohnprojekt in Berlin-Friedrichshain geräumt. Wir haben die Geschichte dieser wahrlich bewegten Tage zusammengefasst - in Bildern natürlich.Weitere Bilder anzeigen
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02.02.2012 13:22Die "Liebig 14" - Am 2. Februar 2011 wurde das links-alternative Wohnprojekt in Berlin-Friedrichshain geräumt. Wir haben die...

Aus Protest gegen die Räumung des linken Wohnprojekts in der Liebigstraße 14 ist am Freitag symbolisch ein Haus in Friedrichshain besetzt worden. Ein Dutzend Linker hatte aus einem leeren Gebäude in der Holteistraße 18 Transparente gehängt. Nach rund einer Stunde hatten die Linken das Haus wieder verlassen, auf der Straße davor erhielten 20 Aktivisten von Polizisten Platzverweise. In der Nacht zu Freitag blieb es weitestgehend ruhig: Die Glastür der Bundesagentur für Arbeit in Wedding wurde beschädigt, an die Fassade waren Solidaritätsparolen für die Liebigstraße 14 gesprüht.

Nach den Ausschreitungen anlässlich der Räumung des linken Wohnprojektes in Friedrichshain am Mittwoch haben neun Verdächtige Haftbefehle erhalten. Bis auf einen Fall seien sie gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag mit. In Untersuchungshaft bleibt nur ein britischer Staatsbürger, der hierzulande keinen festen Wohnsitz hat. Die anderen Verdächtigen stammen aus Berlin. Zuvor war in 14 Fällen Haftbefehl wegen schweren Landfriedensbruchs beantragt worden.

Die Polizei hatte am Mittwochmorgen das weit über die autonome Szene hinaus bekannte Wohnprojekt in der Liebigstraße mit fast 2500 Beamten samt schwerem Gerät geräumt. Die Bewohner des Hauses hatten sich vor der Vollstreckung des Räumungstitels im Haus verschanzt. Nachdem Spezialkräfte nach vier Stunden in das Haus eindrangen und neun Ex-Bewohner rausführten, kam es zu Ausschreitungen. Auch in Hamburg, Göttingen und Rostock kam es bei Solidaritätskundgebungen zu Ausschreitungen. Nachdem das Haus 1990 besetzt worden war, handelten Bewohner Mietverträge aus, die von neuen Eigentümern später gekündigt wurden.hah

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