Nach Protesten : Kündigung für Thor-Steinar-Laden in Mitte

Der Laden in der Berliner Rosa-Luxemburg-Straße vertreibt Shirts, Jacken, Hosen und Röcke mit germanischen Symbolen und ist deshalb bei Rechtsextremen beliebt. Nun wurde die Sache dem Vermieter offenbar zu ungemütlich.

Johannes Radke
Thor Steinar
Bei einem Farbbeutelangriff am Mittwoch ist das Geschäft in der Rosa-Luxemburg-Straße stark beschädigt worden. - Foto:ddp

BerlinFünf Tage nach der Eröffnung des Geschäfts „Tønsberg“ in Mitte hat die Hamburger Impala Immobilien GmbH dem Inhaber Protex gekündigt. In dem Geschäft wird ausschließlich die umstrittene Modemarke „Thor Steinar“ verkauft, die in der rechtsextremen Szene äußerst beliebt ist. „Wir haben ein entsprechendes Schreiben an Protex verschickt“, bestätigte am Donnerstag ein Sprecher von Impala.

Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) begrüßte die Kündigung. Er lobte überdies das Engagement der Anwohner, die mit Flugblättern und Beschwerdebriefen an den Vermieter auf die Hintergründe von Thor Steinar aufmerksam gemacht hätten. „Das ist eine Form von Zivilcourage, die mir sehr gut gefällt“, sagte Hanke. Er kündigte auch an, sich mit Impala Immobilien in Verbindung zu setzen, um der Firma anzubieten, Kontakte zu erfahrenen Immobilienanwälten zu vermitteln.

Darüber hinaus will Hanke in den nächsten Tagen alle betroffenen Anwohner zu einem runden Tisch einladen. Während der Eröffnung am vergangenen Freitag hatten rund 60 Anwohner und Politiker gegen das umstrittene Geschäft protestiert. „Ich bin sehr froh, dass die Impala endlich ein deutliches Zeichen gesetzt hat“, sagte die Grünen-Abgeordnete Clara Herrmann. Dennoch müsse man bis zur Schließung des Ladens, weiterhin öffentlich darauf aufmerksam machen, um was für ein Geschäft es sich handele.

Am Mittwoch hatten in den frühen Morgenstunden vier Unbekannte Farbbeutel und Flaschen auf das Geschäft geworfen. Gegen zwei andere Thor Steinar-Läden in Magdeburg und Leipzig laufen derzeit Räumungsklagen.

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