Nach Razzia : Helios schickt Patienten weg

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Manager und Mediziner der Helios-Kliniken wegen Abrechnungsbetrugs haben auch Auswirkungen auf die Patienten.

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Das Helios-Klinikum in Berlin-Buch.
Das Helios-Klinikum in Berlin-Buch.Foto: dpa

Auch wenn das Helios-Klinikum Buch aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs und des Konfliktes mit der Kassenärztlichen Vereinigung derzeit viele ambulante Röntgen-Untersuchungen absagen muss, sind Notfallbehandlungen davon nicht betroffen. Täglich werden rund 100 Patienten weg geschickt. Geröntgt werde nach medizinischer Dringlichkeit, heißt es.

Wie berichtet waren vor zwei Wochen das Klinikum, die Firmenzentrale in der Friedrichstraße sowie Privatwohnungen durchsucht worden. Ärzte sollen Patienten untersucht haben, ohne die notwendige Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu haben.

Unterdessen äußert sich jetzt Helios-Geschäftsführer Francesco De Meo in einem offenen Brief zu den Ermittlungen und den Vorwürfen. Seinen Angaben zufolge wurden nur tatsächlich erbrachte Leistungen abgerechnet. Es habe keine überhöhten Rechnungen gegeben. Und die Behandlungen seien von qualifizierten Ärzten „medizinisch korrekt durchgeführt“ worden. De Meo nannte die Zulassung der KV eine formale Voraussetzung dafür, Patienten auch ambulant behandeln zu können. Da bei den niedergelassenen Ärzten die Kapazitäten für Untersuchungen fehlten, habe die KV auch Klinikärzte für ambulante Behandlungen zugelassen. Und nur diese dürften dann auch behandeln.

Laut De Meo ist diese Auflage in einem Klinikum aber nicht leicht umzusetzen. „Den Patienten wäre mehr gedient, wenn Behandlungen flexibel von qualifizierten Ärzteteams erbracht werden können“, schreibt der Geschäftsführer. Der KV, die die Strafanzeige erstattet hat, wirft er eine „verschärfte Konfrontation“ vor. Helios sehe sich gezwungen, bestimmte ambulante Behandlungen künftig abzulehnen. Nur so könne man die Klinikärzte vor einer drohenden strafrechtlichen Verfolgung schützen.


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