Nach Streit ums BE : Hochhuth weicht in die Urania aus

Nachdem dem Dramatiker Rolf Hochhuth der Zugang zum Berliner Ensemble für Theaterproben verwehrt wurde, soll sein Theaterstück «Sommer 14» nun in der Urania aufgeführt werden.

Premiere ist am Sonntag (23. August), wie Urania-Direktor Ulrich Bleyer am Dienstag mitteilte. Dieses Projekt sei «etwas ganz Besonderes« für die Urania, fügte er hinzu. Schließlich profiliere sich die Urania zunehmend auch als Spielstätte für anspruchsvolle Bühnenveranstaltungen. So sei «es selbstverständlich gewesen, flexibel auf die überraschenden Anforderungen zu reagieren und Herrn Hochhuth eine adäquate Spielstätte anzubieten».

Hochhuth ist Urania-Sprecher Ulrich Weigand zufolge dem Haus «sehr verbunden». Er kenne die räumlichen Möglichkeiten, da er bereits öfter als Referent dort aufgetreten ist. Mit «Sommer 14» werde erstmals «bürgerliches Theater» in der Urania aufgeführt, sagte Weigend. Da das reguläre Urania-Programm erst am 13. September beginne, seien die Techniker eher aus dem Urlaub zurückgekommen. «Wir freuen uns, dass wir unsere Möglichkeiten zeigen können», betonte Weigend. Das Stück werde in dem großen Saal aufgeführt, der beispielsweise während der Berlinale als Kinosaal diene. Insgesamt hätten dort 700 Besucher Platz.

Das Landgericht Berlin hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass Hochhuth der Zugang zum Berliner Ensemble für Theaterproben weiter verwehrt wird. Der 78-jährige Schriftsteller wollte dort während der Sommerferien sein Stück «Sommer 14» inszenieren. Der Dramatiker ist über die Ilse-Holzapfel-Stiftung Eigentümer des Theaters am Schiffbauerdamm, das an den Berliner Senat vermietet ist.

Laut Mietvertrag hat Hochhuth in den Sommerferien das Recht, die Bühne für fünf Wochen zu nutzen, muss dies allerdings rechtzeitig anmelden. Er hatte jedoch den Angaben nach erst zehn Tage nach Theaterferien-Beginn den Zugang zur Bühne verlangt. Derzeit finden auf der Hauptbühne jedoch Baumaßnahmen statt. (ddp)

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