Berlin : Nach U-Bahn-Bränden: Überfüllte Wagen, aber kein Chaos

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Die Ursache für die Brände der vergangenen Tage bei der U-Bahn steht weiter nicht fest. Gestern fuhr die BVG zum ersten Mal nach einem "Notfahrplan", weil sie aus Furcht vor weiteren Bränden alle 102 Züge der betroffenen Baureihe G ("Gisela") aus dem Verkehr gezogen hat. Die Folge waren zum Teil rappelvolle Züge, vor allem auf der Linie U 2 zwischen Pankow und Ruhleben. Dort sind nur noch Züge mit sechs Wagen unterwegs. Üblich sind acht. Länger warten müssen die Fahrgäste der U 1 zwischen Warschauer Straße und Wittenbergplatz, wo die Bahnen nur noch alle fünf statt alle drei Minuten kommen. Die U 15 ist auf den Abschnitt Wittenbergplatz - Uhlandstraße verkürzt. Einschränkungen wären in der Ferienzeit ohnehin vorgesehen gewesen.

Die Feuer waren jeweils im Bereich der Stromabnehmer entstanden. Der Gutachter Arne Kühnel hält das bei der U- und S-Bahn verwendete System mit der seitlichen Stromschiene grundsätzlich für sicher. Es sei vom Prinzip her besser als eine Oberleitung, die es bei der Straßenbahn - und bei der Eisenbahn - gibt. So genannte Abreißfunken, die beim Überfahren von Lücken in der Stromschiene - oder in der Oberleitung - entstehen, seien normal. Warum sie jetzt bei der U-Bahn zu einem energiegelandenen Lichtbogen geführt haben, der den Brand auslöste, ist rätselhaft.

Die BVG hat nach Angaben ihres Vorstandes Hans-Heino Dubenkropp die "Gisela"-Züge nach dem Brand auf dem Bahnhof Deutsche Oper vor einem Jahr besonders intensiv untersucht und gepflegt. Die "Gisela"-Züge waren 1989 für die Ost-Berliner Verkehrsbetriebe gebaut worden. Nach der Vereinigung wurden sie von der BVG im elektrischen Teil umgebaut. Jetzt will die BVG überprüfen, ob es seither Änderungen im Gesamtsystem gegeben hat, die zu den Bränden führen konnten. Eingeschaltet werden zudem externe Gutachter.

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