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Nach Überfall auf Postbank : Haftbefehl wegen Freiheitsberaubung gegen Täter

Er wollte kein Geld, sondern mit Journalisten des RBB sprechen. Am Freitagabend wurde Hans-Peter G., der am Donnerstag mit einer Waffe in eine Postbank eingedrungen war, dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Haftbefehl wegen Freiheitsberaubung.

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Tatort Postbank.
Tatort Postbank.Foto: dpa

Der 68-Jährige, der am Donnerstag in Charlottenburg mit einer Waffe in eine Bank eingedrungen war, war „stark alkoholisiert“. Einen Promillewert nannten Polizei und Justiz nicht. Nach seiner Ausnüchterung sei aber deutlich geworden, dass er nicht geistig verwirrt ist, sondern zurechnungsfähig, sagte eine Sprecherin.

Hans-Peter G. wurde am Freitagabend einem Richter vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ. Darin wird ihm aber nicht mehr eine Geiselnahme, sondern lediglich Freiheitsberaubung vorgeworfen.

Das Polizeipräsidium hatte in einer ersten Mitteilung am Donnerstag zunächst von einer Geiselnahme gesprochen, dies dann aber wenig später zurückgezogen. Wie berichtet, war der 68-Jährige gegen 13.20 Uhr in die Postbankfiliale an der Joachimstaler Straße eingedrungen. Dort hatte er ein Gespräch mit einem Berater gewünscht. Als er dann bei einem 49-jährigen Angestellten in einem Einzelbüro saß, forderte er unter Verweis auf seine mitgeführte Waffe ein Gespräch mit dem regionalen Fernsehsender RBB sowie wenig später zwei Flaschen Bier. Die Waffe soll er aber während der Tat nicht aus seiner Tasche herausgeholt haben. Geld hatte er nicht gefordert. Eine knappe Stunde später hatten ihn Beamte des Spezialeinsatzkommandos überwältigt und festgenommen. G. war dabei leicht verletzt worden und kam zunächst in ein Krankenhaus.

Am Donnerstag hatte die Polizei von einer Schreckschusswaffe gesprochen. Am Freitag hieß es nun, dass noch nicht abschließend geklärt sei, ob der Mann Umbauten an der Pistole vorgenommen habe und diese möglicherweise doch mit scharfer Munition geladen war. Woher G. die Waffe hatte, ist unklar.

Beamte hatten den Täter schon vor Ort als möglichen Trinker eingeschätzt, sein Aussehen und seine Forderungen ließen darauf schließen, hieß es. Ein Polizeisprecher sagte, dass G. auf seine angeblich schwierige Lebenssituation aufmerksam machen wollte. Dem Vernehmen nach soll er seit einiger Zeit wohnungslos sein.

Thomas D., der vor einer Woche in Zehlendorf einen Bankangestellten zehn Stunden lang als Geisel genommen hatte, sitzt, wie berichtet in Untersuchungshaft und wird weiterhin vernommen.

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