Berlin : Nach Überflutung im Jakob-Kaiser-Haus: Bund fordert Schadensersatz

Nach dem Wassereinbruch im größten Büroneubau des Bundestages will die Bundesbaugesellschaft Schadensersatz von den Berliner Wasserbetrieben. Bei der Havarie im Jakob-Kaiser-Haus handele es sich "mit hoher Wahrscheinlichkeit" um einen Fehler der Wasserbetriebe, sagte der Vorsitzende der Bundestagsbaukommission, Dietmar Kansy (CDU), der Zeitung "Die Welt". "Es ist völlig klar, dass wir hier rechtliche Schritte einleiten." Ein Sprecher der Wasserbetriebe wollte sich nicht an Spekulationen über eine mögliche Klage beteiligen. Zunächst müssten die Schuldfrage und die Schadenshöhe eindeutig geklärt werden. Das sei bisher noch nicht geschehen. Bereits am Donnerstag hatten die Wasserbetriebe den Vorwurf zurückgewiesen, der Wassereinbruch sei auf Fehler des Unternehmens zurückzuführen. In der Nacht zu Donnerstag hatte sich nach den bisherigen Ermittlungen ein Stopfen in einer unterirdischen Leitung gelöst, wodurch die drei Untergeschosse des Neubaus überschwemmt wurden. Betroffen war unter anderem das Technikgeschoss, in dem millionenteure Leitungen für Strom, Lüftung und Nachrichtentechnik liegen.

Der Bau sollte im Juli des kommenden Jahres bezogen werden. Ob der Einzugstermin gefährdet ist, lässt sich laut Kansy noch nicht abschätzen. "Wir erwarten, dass jetzt nicht mehr lange palavert wird", sagte der Abgeordnete und forderte eine schnelle Behebung der Schäden. "Da hängen Mietverträge und die Zukunft hunderter von Mitarbeiter samt ihrer Familien dran, die demnächst aus Bonn nach Berlin kommen sollen."

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