Nach Urteil : Kaiser’s sprach wieder mit Emmely - vor fünf Jahren

Vor fünf Jahren wollte Barbara E., besser bekannt als Emmely, wieder an ihrer Kasse bei Kaiser’s im Einkaufscenter „Treffpunkt Storchenhof“ in Hohenschönhausen sitzen. Doch es war strittig, ob sie an ihre alte Kasse darf. Was Sandra Dassler darüber schrieb.

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Barbara E. Foto: ddp
Barbara E.Foto: ddp

Eigentlich wollte Barbara E., besser bekannt als Emmely, gestern schon wieder an ihrer Kasse bei Kaiser’s im Einkaufscenter „Treffpunkt Storchenhof“ in Hohenschönhausen sitzen. Bereits am Freitag habe sie ihre Arbeitskraft per Fax angeboten, sagte die 52-Jährige. Wie berichtet, war sie wegen Unterschlagung von Leergutbons im Wert von 1,30 Euro fristlos gekündigt worden, sie hatte aber vergangenen Donnerstag vor dem Bundesarbeitsgericht recht bekommen – und sofort angekündigt, wieder arbeiten zu wollen.

„Wir haben einen Gesprächstermin angesetzt, um schnell zu klären, wie es weitergeht“, sagte eine Kaiser’s-Sprecherin. Wie der Tagesspiegel erfuhr, fand das Gespräch, an dem auch „Emmelys“ Anwalt teilnahm, am Montagnachmittag in der Berliner Kaiser’s-Zentrale statt.

Kaiser’s Tengelmann prüft das Urteil zwar rechtlich, muss Emmely aber einen Arbeitsplatz anbieten, da die Kündigung durch das Gericht aufgehoben wurde. Ob die Kassiererin Anspruch auf ihren letzten Arbeitsplatz hat, ist strittig. „Ich würde gern wieder dort arbeiten“, sagte Emmely gestern. „Der Chef, der mir damals das Leben schwer machte, ist inzwischen woanders. Warum also sollte ich nicht wieder an meiner alten Kasse sitzen?“

Das sieht man Kaiser’s offenbar anders. In der Filiale im Storchenhof arbeiteten mehrere Kolleginnen, die in den „Fall Emmely“ verwickelt waren und vor Gericht als Zeuginnen auftraten, hieß es gestern. Daher habe man Emmely zwei Alternativstandorte angeboten. Bis zum heutigen Dienstag solle sie sich entscheiden. Wenn sie die Alternativen ausschlage, wolle man weiter mit ihr verhandeln.

Wie weit die beiden Filialen vom Storchenhof und damit auch vom Wohnort von Emmely entfernt sind, war am Montagabend nicht zu erfahren: „Auf jeden Fall sind sie in Berlin“, sagte eine Kaiser’s-Sprecherin.

Freunde und Unterstützer von Emmely vermuten, dass man der Kassiererin absichtlich einen weiten Arbeitsweg zumutet. Emmely selbst wollte sich gestern nicht zu den Angeboten äußern. Schließlich sei man noch in den Verhandlungen, sagte sie. Außerdem wolle sie sich erst mit ihrem Anwalt beraten und sich nicht drängen lassen. Sandra Dassler

Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren".

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