Berlin : Nach Wannsee meist mit Verspätung Eingleisige Strecken halten S-Bahnen auf

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Sie ist derzeit eine der wichtigsten Linien im Netz der S-Bahn – die S 7 von Ahrensfelde nach Potsdam. Denn sie muss zwischen Charlottenburg und Wannsee auch die Regionalbahnen ersetzen, deren Strecke im Grunewald saniert wird und deshalb gesperrt ist. Seit einer Woche häufen sich aber auf der S 7 Verspätungen und auch Ausfälle von Fahrten. Besserung ist nicht in Sicht. Grund sind Brückenbauarbeiten am Bahnhof Nikolassee, die voraussichtlich erst Anfang November abgeschlossen sein werden.

Wegen der Bauarbeiten können die Züge zwischen Nikolassee und Wannsee nur eingleisig fahren. Theoretisch ist dabei trotzdem ein Zehn-Minuten-Verkehr möglich, wie er vorgesehen ist. Verspätet sich ein Zug jedoch nur um wenige Minuten, muss der Gegenzug warten, es kommt zu Verspätungen. Verstärkt wird das Problem, weil es auch zwischen Wannsee und Griebnitzsee nur ein Gleis für die S-Bahn gibt; das zweite hat man beim Wiederaufbau der Strecke 1992 aus Kostengründen weggelassen. Konkrete Pläne, es zu legen, gibt es bis heute nicht.

Zwei eingleisige Abschnitte hintereinander seien immer kompliziert, sagt S-Bahnchef Peter Buchner. Sind die Verspätungen zu groß, muss die Fahrt vor dem Zielbahnhof beendet werden; zur Weiterfahrt müssen die Fahrgäste auf den nächsten Zug warten, in dem es dann oft kaum noch Platz gibt.

In Nikolassee drängen sich weitere Fahrgäste in die Züge der S 7, weil der Betrieb auf der S 1 zwischen Nikolassee und Wannsee wegen der Bauarbeiten eingestellt ist. Statt wie bisher in Wannsee einfach am Bahnsteig umsteigen zu können, müssen Fahrgäste in Nikolassee beim Wechsel der Züge auch den Bahnsteig wechseln, was Zeit erfordert. Eine Alternative zum Brückenbau und den damit verbundenen Einschränkungen gebe es nicht, sagt Buchner. Er hofft aber, dass sich der Betrieb bald so einspielt, dass der Fahrplan meist wieder eingehalten werden kann. Klaus Kurpjuweit

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