Nach Warnstreik : Offenbar neues Angebot für Flughafen-Mitarbeiter

Bei den Tarifverhandlungen für die rund 1500 Beschäftigten haben die Berliner Flughäfen dem Vernehmen nach am Nachmittag ein neues Angebot vorgelegt. Am Morgen hatte ein Warnstreik, zu dem die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgerufen hatte, den Luftverkehr in Schönefeld und Tegel für dreieinhalb Stunden komplett lahmgelegt.

Rainer W. During
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Warnstreiks in Tegel und Schönefeld. Das Bodenpersonal will mehr Geld. -Foto: ddp

Weil sich auch die Angehörigen der Flughafenfeuerwehren an dem Ausstand beteiligten und so die Sicherheit nicht gewährleistet war, konnten keine Flugzeuge starten oder landen. Zwischen 5.54 und 6.03 Uhr hatten noch ein Lufthansa-Flug nach Frankfurt, eine KLM-Maschine nach Amsterdam sowie drei Air Berlin-Flugzeuge nach Palma, Nürnberg und Düsseldorf abheben können. Für die Starts vor sechs Uhr hatte es nach Angaben eines Flughafensprechers eine Ausnahmegenehmigung der Luftfahrtbehörde gegeben.

Danach ging nichts mehr. In Tegel mussten je 25 ankommende und abgehende Flüge gestrichen werden, in Schönefeld jeweils drei Starts und Landungen. Die übrigen Maschinen insbesondere der Billigflieger Easyjet, Germanwings und Ryanair starteten hier mit entsprechender Verzögerung. Weil zu diesem Zeitpunkt bereits die Passagiere der nächsten Maschinen abgefertigt wurden, kam es zu langen Warteschlangen vor den Sicherheitskontrollen. In der Folge kam es auch bei den späteren Flügen zu Verspätungen.

„Aus unserer Sicht war das ein Streik zur Unzeit“, sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. Die Airline, deren eigene Flugbegleiter erst kürzlich im Ausstand waren und weitere Streiks angekündigt haben, musste allein ein gutes Dutzend Flüge streichen. Durch die Beteiligung der Feuerwehr seien die Auswirkungen gestern „weitaus gravierender“ gewesen, betonte Weber. Man habe zwar möglichst viele Umsteiger mit dem ersten Flug nach Frankfurt befördert, aber nicht verhindern können, dass zahlreiche weitere Passagiere ihre Anschlüsse verpassten.

Auch für Bundeskanzlerin Merkel und die übrigen Mitglieder der Bundesregierung gelten bei derartigen Streiks keine Ausnahmen. „Als Gast in Tegel sind wir genauso betroffen wie alle anderen“, sagte Oberstleutnant Hartmut Beilmann vom Pressezentrum der Luftwaffe. Eigene Feuerwehren zur Sicherung der Flüge der Flugbereitschaft schickt die Bundeswehr in solchen Fällen nicht nach Tegel.
Während sich die Streikenden in Tegel an der Anzeigetafel neben der Zufahrt versammelten, traf man sich in Schönefeld abseits der Passagierströme neben der Zufahrt zum Betriebsgelände. Die Gewerkschaft fordert für die Flughafen-Beschäftigten eine Vergütungserhöhung von acht Prozent im Volumen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Arbeitgeber hatte zunächst einen Sockelbetrag von 30 Euro zum 1. März sowie eine Erhöhung um 1,5 Prozent ab dem 1. Juli bei einer Laufzeit von 18 Monaten geboten.

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