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Schwerer Unfall überschattet

Radrennen Velothon Berlin

Ein folgenschwerer Vorfall überschattete das Amateurradrennen Velothon Berlin am gestrigen Sonntag. Ein Helfer erlitt bei einem Zusammenprall mit einem Radfahrer schwerste Kopfverletzungen und liegt derzeit in einer Klinik auf der Intensivstation. Wie die Polizei mitteilte, sei an der Bezirksgrenze von Kreuzberg zu Neukölln gegen 12 Uhr ein bislang unbekannt gebliebener Radfahrer plötzlich gestürzt und gegen einen Streckenposten geprallt. Der Sportler und sein Rad trafen den Helfer am Kottbusser Damm Ecke Weserstraße so unglücklich, dass der 63-Jährige hinstürzte und mit dem Kopf gegen die Bordsteinkante schlug. Der Polizei zufolge erlitt das Unfallopfer schwerste Kopfverletzungen. Der Rennradfahrer war nach dem Zusammenprall in Sekundenschnelle wieder aufs Rad gestiegen und weitergefahren, er wird jetzt gesucht. Die Feuerwehr wurde außerdem gerufen, als am U-Bahnhof Ruhleben fünf Rennradfahrer infolge einer Massenkarambolage stürzten. Die Beamten brachten drei Sportler mit Rettungswagen ins Krankenhaus, zwei Radfahrer begaben sich selbst dorthin. Laut Feuerwehr ist keiner der Gestürzten schwer verletzt. (Weiteres Seite 11) kög

Zahl der antisemitischen Vorfälle

ist 2009 gestiegen

In Berlin ist die Zahl der registrierten antisemitischen Vorfälle gestiegen. Polizeizahlen zufolge wurden 2009 insgesamt 242 Taten angezeigt. Im Vorjahr waren es noch 197 polizeibekannte Vorfälle. Im Jahr 2001 hatte das Landeskriminalamt offiziell 105 Taten als antisemitisch motiviert eingestuft. Im vergangenen Jahr wurden vor allem Propagandadelikte angezeigt – etwa Volksverhetzung mit 143 Fällen. In 33 Fällen wurde wegen Sachbeschädigung, in 17 wegen Beleidigung oder Verleumdung und in neun wegen Körperverletzung ermittelt. Die Polizei überprüfte 124 Tatverdächtige. Noch nicht bekannt ist, wie viele der Verdächtigen angeklagt oder verurteilt wurden. Bei der Jüdischen Gemeinde der Stadt zeigte man sich über die aktuellen Zahlen nicht überrascht. Derart viele Vorfälle seien leider fast zu erwarten gewesen, sagte Levi Salomon, Beauftragter der Jüdischen Gemeinde zur Bekämpfung des Antisemitismus: „Ich gehe davon aus, dass viele antisemitische Taten gar nicht bekannt werden, weil sie nicht zur Anzeige kommen oder aber nicht als antisemitisch eingestuft werden.“ Erst im März waren zwei zehnjährige Mädchen am S-Bahnhof Wannsee von einem 61-Jährigen antisemitisch beleidigt worden. Im Februar hatten Unbekannte an einem Haus in Prenzlauer Berg, in dem ein linkes Projekt untergebracht ist, zwei Davidsterne neben ein Hakenkreuz gesprüht. Zuvor hatte jemand an die Wand des Anne-Frank-Zentrums in der Rosenthaler Straße das Wort „Jude“ geschrieben.Hah

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