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Gericht: Polizei darf bremsenloses Fixie-Fahrrad einkassieren

Vor dem Verwaltungsgericht ist ein Radler gescheitert, der sein bremsenloses Fixie-Fahrrad von der Polizei zurückbekommen wollte. Die Beamten hatten das Rad eingezogen, als sie den Kläger zum zweiten Mal damit im Straßenverkehr erwischten. Bereits bei der ersten Kontrolle im Juli 2009 war dem Mann die Sicherstellung des Rades angedroht worden, das weder eine Hand- noch eine Rücktrittbremse hat, sondern ausschließlich über die Trittfrequenz beschleunigt und abgebremst wird. Damit haben die Richter die Linie der Berliner Polizei bestätigt, die die aus dem Bahnsport stammenden und vor allem bei Kurieren beliebten Fixies (von fixed gear, also: feste Übersetzung) von Wiederholungstätern „zur Gefahrenabwehr“ einzieht. Das Argument des Klägers, die starre Hinterradnabe sei mit einer Bremse vergleichbar, zog vor Gericht nicht. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden. obs

Pokerraub: Vier Verdächtige

ab 14. Juni vor Gericht

Nur drei Monate nach dem spektakulären Überfall auf das Pokerturnier am Potsdamer Platz kommen vier der mutmaßlichen Täter vor Gericht. Der Prozess soll am 14. Juni vor einer Jugendstrafkammer beginnen. Die jungen Männer, 19 bis 21 Jahre alt, müssen sich wegen schweren Raubes verantworten. Das Verfahren gegen einen fünften Angeklagten sei zur gesonderten Verhandlung abgetrennt worden, bestätigte eine Justizsprecherin. Der 29-Jährige galt zunächst als Kopf der Gruppe. Inzwischen halten die Ermittler einen 31-jährigen Deutsch-Araber für den Initiator des Coups.

Es könnte ein kurzer Prozess werden: Verteidiger sollen bereits Geständnisse angekündigt haben. Und es könnte auf eher milde Strafen hinauslaufen. Bei drei der Männer handelt es sich um Heranwachsende, für die das Jugendstrafrecht gelten könnte. Der vierte Angeklagte ist ein 21-Jähriger, der wenige Tage nach dem Überfall Komplizen verraten hatte und für sich die ebenfalls mildernde Kronzeugenregelung beansprucht. Die Räuber waren am 6. März mit einer Machete und Schreckschusspistolen in das Hotel Hyatt eingedrungen und hatten rund 242 000 Euro erbeutet. Der Großteil der Beute blieb bisher verschwunden. K.G.

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