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Arzt wegen Missbrauchs

von Patientinnen vor Gericht



Der Schmerz saß im Hals. Der Allgemeinmediziner aber untersuchte die 31-jährige Patientin rektal. Vielleicht stimme etwas mit ihrem Bauch nicht, soll er der Frau erklärt haben. Ähnliches erlebten laut Anklage weitere Patientinnen in der Neuköllner Praxis des 53-jährigen Mediziners, der sich seit gestern vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten muss. Ihm werden sechs Fälle des Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses vorgeworfen. Der Arzt räumte zwar Berührungen ein, einen sexuellen Hintergrund aber bestritt er. Seine Behandlungen seien medizinisch indiziert gewesen, erklärte er. Unter dem „Eindruck der täglichen Routine“ könne aber eine Abstumpfung eingetreten und anzügliche Bemerkungen gefallen sein. Das bedauere er. Auch tue es ihm leid, wenn er bei Untersuchungen versehentlich Brust oder Genitalbereich berührt habe. Eine 29-jährige Zeugin schilderte gestern, dass sie mit Magenproblemen in die Praxis gegangen sei. Der Arzt aber prüfte ein Hämorrhoidenleiden. Einer Frau, die ihm von einem unguten Gefühl im Bauch berichtete, massierte er laut Anklage das Steißbein. Dabei habe er ihren BH geöffnet und ihre Brust berührt. Eine Patientin, die ihn wegen Hals- und Gliederschmerzen aufgesucht hatte, brachte das Verfahren ins Rollen. Nachdem er sie gegen ihren Willen rektal untersuchen wollte, hatte sie den Vorfall bei der Ärztekammer gemeldet. Der Prozess geht am 29. Juni weiter. K.G.



Anwohner der Ila verlieren Klage

um Mindestflughöhe

Cottbus - Das Verwaltungsgericht Cottbus hält die Mindestflughöhe bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (Ila) für ausreichend. Das Gericht lehnte gestern den Eilantrag eines Bewohners aus Selchow bei Schönefeld ab, die Mindestflughöhe für strahlgetriebene Flugzeuge auf 450 Meter zu steigern. Die Sicherheitsmindesthöhe betrage über Städten und dicht besiedelten Gebieten 300 Meter, sonst 150 Meter, begründete die Kammer die Entscheidung. Selchow sei aber „nach den übereinstimmenden Auffassungen der Beteiligten kein dicht besiedeltes Gebiet“. Ein weiteres Eilverfahren erledigte sich, nachdem das Brandenburger Infrastrukturministerium zugesichert habe, dass eine Flughöhe von 450 Metern bei der Ila nicht unterschritten werde. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. ddp

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