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Kinderwagenbrände in Wohnhäusern:

Fünf Verletzte, darunter drei Kinder



Gleich an zwei Orten brannten am Mittwochabend wieder Kinderwagen in mehrgeschossigen Wohnhäusern. In der Erlanger Straße 7 in Neukölln konnten Polizei und Feuerwehr gegen 21.30 Uhr zwar schnell das telefonisch gemeldete Feuer im Hausflur löschen, fünf Mieter, darunter drei Kinder im Vorschulalter, mussten allerdings mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Wie ernst ihr Gesundheitszustand ist, konnte die Polizei gestern Abend noch nicht sagen. In der Moabiter Quitzowstraße hatten Unbekannte gegen 18 Uhr nicht nur einen im Hausflur abgestellten Kinderwagen, sondern auch kleinere Mengen Papier angezündet. Das Feuer wurde rechtzeitig bemerkt, die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Ein Feuerwehrmann zeigte sich dennoch erschüttert, dass angesichts der tragischen Ereignisse vom vergangenen Wochenende weiter gezündelt werde. Wie berichtet waren am Sonnabendmorgen in der Neuköllner Sonnenallee drei Menschen, darunter ein Neugeborenes, ums Leben gekommen (Seite 10). In dieser Gegend brannten in letzter Zeit häufig Kinderwagen. Die Erlanger Straße liegt ganz in der Nähe der Lahnstraße, wo bereits am 1. Januar dieses Jahres ein Kinderwagen angezündet wurde. das

Säugling brutal misshandelt:

Freund der Mutter festgenommen

Ein schockierender Fall von Kindesmisshandlung beschäftigt die Ermittler. Am 11. März wurden bei einem erst sechs Monate alten Säugling in einem Spandauer Krankenhaus schwere Verletzungen festgestellt. Beide Unterarme des Babys waren gebrochen. Zudem stellten die Ärzte fest, dass der Säugling über mehrere Tage hinweg stark geschüttelt wurde. Das Mädchen habe dadurch vermutlich „irreversible Schäden“ erlitten, heißt es von der Polizei. Ursprünglich war das Kind wegen Krampfanfällen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Am Dienstag nahm die Polizei den 45-jährigen Freund der 30-jährigen Mutter wegen Kindesmisshandlung fest. Er sollte am Mittwochabend dem Richter vorgeführt werden, bis um einen Haftbefehl zu erlassen. Bei Redaktionsschluss war noch keine Entscheidung gefallen. Das Kind befindet sich weiter in ärztlicher Behandlung. 2009 registrierte die Polizei 523 Fälle von Kindesmisshandlung. Eine Steigerung von 17 Prozent im Vergleich zu 2008. Für die Zahlen aus dem Jahr 2010, die demnächst veröffentlicht werden sollen, hat Polizeipräsident Dieter Glietsch bereits auf einen erneuten Anstieg der Fälle hingewiesen. Dies sei auch auf die erfolgreiche Sensibilisierung der Bevölkerung und entsprechend mehr Anzeigen zurückzuführen. jra

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